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Aga-Kröte: Vorsprung durch längere Beine

Die giftige Aga-Kröte wurde nach Australien gebracht, um Ungeziefer auf Plantagen zu bekämpfen. Der Versuch scheiterte. Nun bedroht sie selbst die heimische Tierwelt - dank einer enormen Entwicklung.

Längere Beine helfen der berüchtigten Aga-Kröte bei ihrer Invasion im Norden Australiens nach Erkenntnissen von Forschern erheblich auf die Sprünge. Inzwischen breiteten sich die giftigen Tiere fünf Mal schneller aus als noch vor 70 Jahren, schreibt ein Team von Biologen der Universität Sydney im Fachjournal "Nature". Damals war die Aga-Kröte (Bufo marinus) zur Bekämpfung von Ungeziefer auf Zuckerrohrplantagen nach Australien gebracht worden.

Der Versuch schlug jedoch fehl. Stattdessen breitete sich die Kröte explosionsartig in einer Region von inzwischen einer Million Quadratkilometern Größe aus - das ist drei Mal so groß wie Deutschland. Mittlerweile rückt sie immer näher in Richtung der großen Städte im Norden des Landes vor. Wissenschaftler befürchten eine ökologische Katastrophe, da die giftige Kröte die einheimische Tierwelt bedroht.

Kröten wandern schneller als früher

Untersuchungen der Forscher um Richard Shine an einer "Kröten-Front" in der Nähe der nördlichen Stadt Darwin hätten ergeben, dass die Beine jener Tiere, die als erste in neues Territorium vordringen, länger sind als die von Kröten alteingesessener Populationen. Inzwischen können sie in einer Nacht bis zu zwei Kilometer zurücklegen - deutlich mehr als nach früheren Studien bekannt. Rückte die Krötenpopulation in den 40er bis 60er Jahren um etwa 10 Kilometer pro Jahr vor, seien es nun um die 50 Kilometer jährlich, berichtete Shine.

In der Konsequenz raten die Wissenschaftler zu schnellem Handeln: "Kontrollmaßnahmen sollten so schnell wie möglich beginnen, bevor der Eindringling Zeit hat, sich zu einem noch gefährlicheren Gegner zu entwickeln", schreiben sie.

DPA / DPA
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