HOME

Neue Studie: Angler-Mythos entzaubert: Fische fühlen Schmerz ähnlich wie Menschen

Vor allem Angler gingen bisher davon aus, dass Fische kein Schmerzempfinden haben. Eine neue Studie aus England kommt zu einem anderen Ergebnis.

Fisch am Haken

Ein Fisch am Angelhaken

Getty Images

Besonders unter Anglern ist die These weit verbreitet: Fische haben ein geringes Schmerzempfinden, da sie angeblich gerade im Mundraum über keine Nerven verfügen. Eine aktuelle Studie hat sich dieser Annahme gewidmet und sie überprüft. Die Forscher um die Biologin Lynne Sneddon von der Universität Liverpool kamen dabei zu dem Ergebnis, dass an dem Mythos wenig bis gar nichts dran ist. Vielmehr empfinden auch Fische Schmerzen – und zwar ganz ähnlich wie wir Menschen.

"Wenn Fische einem möglicherweise schmerzhaften Ereignis ausgesetzt sind, zeigen sie Verhaltensänderungen", fasst die Wissenschaftlerin ihre Erkenntnisse zusammen. Zum Beispiel verzichten sie dann auf Futter oder vermeiden bestimmte Aktivitäten. Die Studie wurde im Fachjournal "Philosophical Transactions of the Royal Society B" veröffentlicht.

Fische reagieren auf schmerzhafte Impulse

Sneddon analysierte dafür 98 vorherige wissenschaftliche Publikationen, die sich allesamt in irgendeiner Weise mit dem Schmerzempfinden von Fischen beschäftigt hatten. Die Wissenschaftler hatten dabei bereits interessante Beobachtungen gemacht. So hielten sich Fische, die in einem bestimmten Teil des Aquariums Stromschläge verpasst bekommen hatten, daraufhin tagelang von diesem Bereich fern, selbst wenn es dort Futter gab. 

Eine andere Studie berichtete, dass sich Fische den Mund am Glas des Aquariums rieben, wenn sie dort vorher einen schmerzhaften Impuls bekommen hatten – ähnlich wie wir Menschen uns den Zeh reiben, wenn wir uns gestoßen haben.

"Wenn wir anerkennen, dass auch Fische Schmerzen spüren, hat das wichtige Auswirkungen darauf, wie wir sie behandeln", folgert Sneddon aus ihren Ergebnissen. Die Biologin plädiert dafür, dass Fische von Menschen rücksichtsvoller behandelt und auf eine "humane Art gefangen und getötet" werden.

Quelle: Universität Liverpool / "Philosophical Transactions of the Royal Society B"

epp