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Antarktis-Drama: Walfänger rammen Umweltaktivisten

Dramatischer Zwischenfall in der Antarktis: Umweltaktivisten sind bei Protesten mit einem japanischen Walfänger zusammengestoßen. Das Schnellboot der australischen Tierschützer wurde dabei stark beschädigt, die Besatzung konnte gerettet werden.

Bei Protesten gegen den japanischen Walfang in der Antarktis ist ein Schiff von Umweltaktivisten schwer beschädigt worden. Die Trimaran "Ady Gil" stieß mit einem japanischen Begleitschiff zusammen, dabei wurde ein Teil des Bugs abgerrissen, wie die australische Umweltgruppe "Sea Shepherd" am Mittwoch mitteilte. Das ultramoderne Schnellboot drohe zu sinken. Die sechs Aktivisten an Bord - ein Niederländer, ein Australier und vier Neuseeländer - seien von einem zweiten "Sea Shepherd"-Schiff gerettet worden.

Walfänger und -gegner gaben sich gegenseitig die Schuld an der Kollision. Die "Shonan Maru 2" habe die "Ady Gil" direkt vor dem Bug gehabt und gesehen, sagte der australische Direktor von "Sea Shepherd", Jeff Hansen. "Sie haben direkt auf die Ady Gil zugehalten." Das japanische Walforschungsinstitut berichtet dagegen, die Aktivisten seien absichtlich direkt vor die "Shonan Maru 2" gefahren. Die Crew habe versucht, das Boot mit Wasserwerfern fernzuhalten.

"Lage eskaliert ernsthaft"

Seit Jahren versucht die Gruppe, mit ihren High-Tech-Schnellbooten japanische Walfänger zu stoppen und so die Meeressäuger zu schützen. Scharmützel mit Stinkbomben, Lärmpistolen oder Seilen, um die Schiffschrauben zu blockieren, gehören zur Tagesordnung. Erst kurz vor Weihnachten lieferten sich die "Sea Shepherd"-Aktivisten im Südpolarmeer eine zweitägige "Seeschlacht" mit einem japanischen Walfänger. Eine schwere Kollision mit dem Totalschaden eines Schiffes gab es bislang nicht. Der Vorfall lasse die Lage "ernsthaft eskalieren", so die Umweltschützer.

AFP/DPA/APD / DPA
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