Australien Wal-Baby hält Jacht für seine Mutter


Ein Wal-Baby hat eine Jacht zu seiner neuen Mutter auserkoren und will sich nicht von dem Schiff trennen. Tierschützer haben bereits versucht, das Tierkind von dem Boot wegzulocken - vergeblich. Die Aussichten für ein Überleben des kleinen Wals sind schlecht.

Ein vor der australischen Küste verlassenes Buckelwal-Baby will sich nicht von der Jacht trennen, die es offenbar für seine Mutter hält. Naturschützer zeigten sich besorgt über die Überlebenschancen des Meeressäugers, nachdem ein Versuch fehlgeschlagen war, das Jungtier zurück aufs offene Meer zu locken. Nach Angaben des Sprechers der australischen Naturschutzbehörde, Chris McIntosh, droht das etwa zweimonatige Kalb zu verhungern, zu stranden oder einem Haiangriff zum Opfer zu fallen. Der kleine Wal, den die Australier auf den Namen "Colin" getauft haben, sei seit einigen Tagen ohne Nahrung, erklärten Meereswissenschaftler

"Es gibt fast keine Hoffnung mehr", sagte McIntosh. Zwar sei das etwa fünf Meter lange und fünf Tonnen schwere Tier nicht verletzt. In den kommenden drei Tagen dürfte sich sein Zustand jedoch verschlechtern, da es noch immer auf Muttermilch angewiesen sei. Wenn der Wal strande, sei eine Nottötung nicht auszuschließen, fügte McIntosh hinzu. Das Jungtier sei möglicherweise von seiner Mutter einfach verlassen worden. Die Buckelwale kehren derzeit auf ihrer jährlichen Reise von der Antarktis in tropische Gewässer zurück, wo ihren Nachwuchs zur Welt bringen.

Das Wal-Baby hatte sich an eine Jacht in der Pittwater Bucht in der Nähe von Sydney geheftet und versucht, an dem Schiff zu saugen. Segler Peter Lewis wachte auf, als er Sauggeräusche am Rumpf hörte. "Es klang wie ein riesiger Staubsauger, mit dem jemand versuchte, am Bootsboden zu lutschen", sagte Lewis dem Radiosender ABC.

Wildschützer lockten das Jungtier daraufhin mit der Jacht einen Kilometer aus der Bucht auf das offene Meer in der Hoffnung, dass es dort seine Mutter finden oder sich einem anderen weiblichen Wal anschließen werde. Am Dienstag wurde das Buckelwal-Kalb aber wieder in der Nähe der Boote gesehen, die in der weitläufigen Pittwater Bucht vor Anker liegen.

AFP/DPA DPA

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