Fledermäuse Der Gemeine Vampir rennt


US-Forscher haben an Vampirfledermäusen eine kuriose Fortbewegungsart entdeckt: Das Hüpfen. Diese Methode, sich mit Flügeln vom Boden abzustoßen, ist bei dieser Fledermausart einzigartig.

Im Gegensatz zu anderen Fledermausarten können sich die Blut saugenden Vampirfledermäuse auch am Boden geschickt vorwärts bewegen. Mit ihren zu Flügeln umgebauten Vorderarmen stoßen sie sich am Boden ab und verfallen so in eine Art springenden Lauf. Dies berichten US-Forscher im britischen Fachblatt "Nature" (Bd. 434, S. 292). Möglicherweise habe ihnen diese Weise des Rennens früher die Jagd erleichtert, bevor mit der Einführung großer Tierherden im 16. Jahrhundert ihre Beute leichter verfügbar wurde.

Vorwärts, rückwärts, seitwärts

Aus Freilandbeobachtungen wussten Forscher, dass der Gemeine Vampir (Desmodus rotundus) vorwärts, rückwärts und seitwärts gehen kann; in Gefangenschaft wurde zudem eine hüpfende Fortbewegung dieser Fledermausart beobachtet. Daniel Riskin und John Hermanson von der Cornell University in Ithaca (US-Bundesstaat New York) untersuchten dieses Hüpfen nun genauer.

Vampire auf dem Laufrad

Sie schickten fünf männliche Vampire auf ein Laufrad. Auswertungen von Videoaufnahmen zeigten, dass die Schrittfrequenz der Fledermäuse während des Gehens der von vergleichbar großen Landsäugetieren, etwa Mäusen, glich. Beim Rennen allerdings benötigten die Vampire dank ihrer kräftigen und langen Vorderarme weniger Schritte.

Evolutionärer Verlust

Die Tatsache, dass keine andere Fledermausart am Boden geschickt laufen kann, deute darauf hin, dass diese Fähigkeit schon früh im Verlauf der Evolution verloren ging. Vermutlich habe der Gemeine Vampir diese Fähigkeit später wieder neu erlangt. Die Tiere leben in Süd- und Mittelamerika und ernähren sich ausschließlich von Blut. Mit ihren messerscharfen Eckzähnen beißen sie bei ihren Opfern - Rinder, Pferde, Schweine oder Vögel zum Beispiel - eine kleine Hautfalte ab. Dann lecken sie das austretende Blut auf.

DPA DPA

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