Früherkennung Ratten sollen Tuberkulose erschnüffeln


Riesenhamsterratten, die in Afrika zum Aufspüren von Landminen eingesetzt werden, sollen in Kürze auch Tuberkulosebakterien in menschlichem Speichel erkennen können.

Riesenhamsterratten, die in Afrika zum Aufspüren von Landminen eingesetzt werden, sollen in Kürze auch Tuberkulosebakterien in menschlichem Speichel erkennen können. Mit Unterstützung der Weltbank läuft im Juli in Tansania ein entsprechendes Projekt an, im Rahmen dessen die Ratten für ihre Aufgabe ausgebildet werden. Projektleiter Bart Weetjens erklärte am Montag in Daressalam, er erwarte davon bedeutende soziale Auswirkungen. "TB ist ein wachsendes Problem. Die Menschen fühlen sich, als ob sie den Kampf verlören."

Gute Heilungschancen bei rechtzeitiger Erkennung

Laut Weetjens kann die Ratte mit dem wissenschaftlichen Namen Cricetomys gambianus innerhalb von 30 Minuten 120 bis 150 menschliche Speichelproben untersuchen. Ein menschlicher Laborant schafft an einem Tag lediglich 20 Proben. Der Einsatz von Ratten sei daher möglicherweise nicht nur preiswerter, es könnten auch mehr Proben untersucht werden.

Die Weltbank steuert zu dem Projekt 164.000 Dollar (134.000 Euro) bei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass die Zahl der Tuberkulosetoten von zwei Millionen in diesem Jahr bis 2015 auf acht Millionen steigen wird. Weetjens zufolge sind 40 Prozent der etwa 60.000 Tansanier, die an Tuberkulose leiden, HIV-positiv. Wird die Tuberkulose rechtzeitig erkannt, kann sie geheilt werden.

Minenratten sind zu leicht, um den Sprengsatz auszulösen

Mit Hilfe des Geldes der Weltbank soll an der Forschungsstation der Sokoine-Universität für Landwirtschaft in Morogoro, 160 Kilometer westlich von Daressalam, ein neues Labor für TB-Tests gebaut werden. Die Forschungsstation wird von der belgischen Organisation Apopo unterhalten, die auch das Landminenprojekt betreibt. Die ersten zwölf für die Suche nach den Minen ausgebildeten Ratten sind inzwischen im benachbarten Mosambik im Einsatz, wo mehr als zehn Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch tausende Minen vergraben sind. Die Tiere hätten bislang 20 Minen erschnüffelt, erklärte Weetjens. Die Ratten sind zu leicht, um die Sprengsätze auszulösen. Wenn ein Tier eine Mine erschnuppert, beginnt es zu scharren. Menschliche Experten entschärfen den Sprengsatz dann.


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