Fund Mammut mit Haut und Haaren


Ein russisch-französisches Forscherteam hat ein über 18.000 Jahre altes Mammut in Sibirien ausgegraben. Das Tier ist außergewöhnlich gut erhalten, Haut und Fell sind noch vorhanden.

Ein besonders gut erhaltenes, über 18 000 Jahre altes Mammut hat ein französisch-russisches Forscherteam in Sibirien ausgegraben. "Yukagir ist zweifellos das schönste Exemplar, das man seit langem gefunden hat", sagte der Mammutexperte Yves Coppens der französischen Tageszeitung "Le Parisien" (Donnerstagsausgabe).

Mit 40 Jahren verendet

Auch der französische Expeditionsleiter Bernard Buigues hat sich begeistert über den Fund geäußert. "Als ich den Kopf zum ersten Mal sah, war ich sprachlos. Noch nie zuvor hatte ich ein derart gut erhaltenes Exemplar gesehen, auch wenn der Rüssel leider fehlt", sagte er. Ein Fuß des Dickhäuters, der nach seiner Fundregion getauft wurde, sei sogar noch mit Haut und Fell bedeckt. Das männliche Mammut sei im Alter von 40 Jahren verendet. Bis heute wurden nach Angaben des Wissenschaftlers weltweit nur ein halbes Dutzend Tiere gefunden, die ähnlich gut erhalten sind. Teile des Fells und Elfenbeins wurden bereits an etwa 50 Forschungslabors geschickt, um mehr über den geheimnisvollen Steppenriesen zu erfahren.

Kinder eines Rentierjägers hatten im November 2002 die Stoßzähne des Riesensäugers entdeckt, die aus einem Flussbett herausragten. Bis September 2003 wurde das Tier vollständig ausgegraben, mit Schädel, Schulterknochen, Wirbelsäule, Magen und Gedärmen. Am Fundort war vor 27 Jahren das Mammut-Baby "Dima" gefunden worden, das als das am besten erhaltene Exemplar dieser Urahnen der Elefanten gilt.

Die Entdeckung von Yukagir hat unter Wissenschaftlern die Diskussion über das Klonen von Mammuts neu entfacht. Die Mehrzahl der Forscher hält dies nicht für möglich. Coppens jedoch blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Die Forscher irren sich, wenn sie sich nicht ernsthaft mit diesem Thema beschäftigen."

DPA


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