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GENTECHNIK: Süße Knolle

Dass die Kartoffel eine sehr vielseitige Pflanze ist, ist allgemein bekannt. In Zukunft könnten gentechnisch frisierte Knollen auch als Zuckerproduzenten dienen.

40-fache Menge an Fruchtzucker produziert

Forscher der Université de Picardie Jules Verne in Amiens haben das Erbgut einer Kartoffel so verändert, dass die Speiseknolle die 40-fache Menge des Fruchtzuckers Fruktose bildete. Die Agrargenetiker hoffen, dass neben Rüben zukünftig auch Kartoffeln als zusätzliche Zuckerquelle Einsatz finden, so ein Bericht des Fachblattes Technology Review.

Bakterienenzyme machen den Zucker

Die Wissenschaftler brachten zu diesem Zweck Bakteriengene in das Erbgut der Kartoffel ein. Alle drei Gene sind für die Bildung jener Enzyme verantwortlich, die eine Umwandlung von Kartoffelstärke in Fruktose bewirken. Gegenwärtig wird Fruchtzucker aus großen Kornmengen gewonnen, die in einem Bioreaktor mit einem Mix aus verschiedenen Enzymen behandelt werden.

Noch drei bis fünf Jahre Forschung nötig

Um die Effizienz zu steigern, will das Forscherteam um Rajbir Sangwan den Prozess nun in die Kartoffel selbst verlagern. Einige Nahrungsmittelhersteller in Europa hätten bereits Interesse an der Zuckerkartoffel bekundet. Damit die süße Knolle allerdings in der Nahrungsmittelindustrie verwendet werden könne, sind laut Sangwan noch drei bis fünf Jahre Forschung nötig.

(Quelle: Pressetext)

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