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Hohe Töne, laute Schreie: Wie die Stadt die Vögel verändert

Sie singen nachts, zwitschern lauter oder trällern in höheren Tonlagen: Singvögel entwickeln neue Strategien, um im Lärm der Städte noch gehört zu werden. Langfristig könnten gar neue Arten entstehen, die sich untereinander nicht mehr verstehen.

Von Helen Bömelburg

Wer in diesen ersten Frühlingstagen morgens das Fenster öffnet, hört es schon: das Konzert der Singvögel. Da trillern die Rotkehlchen, die Nachtigallen singen seufzend, Amseln schmettern ihre ratternden Akkorde und die Kohlmeisen quietschen dazu ihr launiges "Tita-tita-tii". Besonders den Stadtmenschen freut es, wenn die Natur so klangvoll zu ihm herein dringt.

Doch die Hinweise mehren sich, dass das tierische Orchester durcheinander gerät, und zwar durch menschlichen Lärm. In Städten übertönen Autos, Straßenbahnen, Lautsprecher-Durchsagen und andere Geräuschquellen die gefiederten Sänger. Verhaltensbiologen wissen seit Jahren, dass Vögel gegen den Verkehrslärm ansingen, indem sie lauter werden. So fand Henrik Brumm vom Max-Planck-Institut für Ornithologie bereits 2004 heraus, dass Berliner Nachtigallen durchschnittlich 14 Dezibel lauter zwitschern als ihre Artgenossen im Wald. Die City-Vögel kommen so auf insgesamt 95 Dezibel, was etwa der Lautstärke eines Presslufthammers entspricht. Werktags zwischen 5 und 10 Uhr, zur Rushhour, trällern die Nachtigallen am lautesten.

Nun hat der niederländische Biologe Hans Slabbekoorn von der Universität Leiden weitere Strategien entdeckt, mit denen sich Singvögel im städtischen Lebensraum Gehör verschaffen. In den letzten fünf Jahren ist Slabbekoorn, bewaffnet mit Aufnahmegerät und Kopfhörern, durch zehn europäische Großstädte geradelt, um Kohlmeisen zu belauschen. Das Ergebnis hat der Forscher kürzlich im Fachblatt "Molecular Ecology" veröffentlicht: Die gelb-blauen Sänger tricksen den Stadtlärm dadurch aus, dass sie auf höhere Tonfrequenzen ausweichen. Verkehrsgeräusche dröhnen auf niedrigen Frequenzen besonders intensiv. Wer also höher singt, ist trotz Lärm noch gut zu hören.

Kohlmeisen können auf Veränderungen der Umgebungslautstärke sogar direkt reagieren, berichtet Slabbekoorn. Rauscht auf der Autobahn ein besonders geräuschvoller Lkw vorbei, singen die Meisen der Nachbarschaft besonders hoch und laut. "Sie verhalten sich wie Menschen auf ohrenbetäubenden Partys - da redet man lauter und hebt unwillkürlich die Stimme.", sagt Slabbekoorn.

Stadtamseln und Landamseln

Möglicherweise wird sich die veränderte Sangeskunst ins genetische Programm der Singvögel einschreiben. Denn die Rufe dienen in erster Linie den Männchen dazu, Weibchen anzulocken. In der Stadt werden sich also die Weibchen mit denjenigen Männchen paaren, die den Verkehrslärm erfolgreich übertönen und so zu den Damen vordringen. Ganz nach dem Motto: guter Song, guter Sex. Diese Eigenschaft kann sich auf die Nachkommen vererben und dazu führen, dass sich eigene städtische Unterarten bilden. Stadt- und Landvögel würden sich auseinander entwickeln.

Bei der Amsel hat dieser Prozess bereits begonnen, wie Slabbekoorn und sein Leidener Kollege Erwin Ripmeester in einer Studie belegen konnten. Sie spielten städtischen und ländlichen Amseln Tonbandaufnahmen vom Gezwitscher beider Gruppen vor. Die Stadtamseln flogen buchstäblich auf die Songs der Stadtbewohner; die Landvögel reagierten vornehmlich auf Wald-und-Wiesen-Lieder. Ein DNA-Test an zwei Amsel-Gruppen aus der Münchener Innenstadt und einem außerhalb gelegenen Waldgebiet, durchgeführt von einem anderen niederländischen Forscherteam, bestätigte: Städtische und ländliche Amseln weisen bereits genetische Unterschiede auf. "Es wird wohl nur noch Jahrhunderte oder gar Jahrzehnte dauern, bis sich die Art komplett gespalten hat.", sagt Slabbekoorn.

Der Spatz ist zu leise

Andere Singvögel wie Kuckucke, Golddrosseln, Rohrsänger und Hausspatzen werden womöglich ganz aus den Städten verschwinden. Denn diese Arten sind körperlich nicht in der Lage, ihre Rufe zu variieren. Der Hausspatz etwa singt auf niedrigen Frequenzen - sein Stimmorgan lässt nichts anderes zu. So geht sein akustisches Werben um Weibchen oft im Verkehrslärm unter, er paart sich seltener und hat weniger Nachwuchs. Dies könnte, neben knapper werdenden Nistplätzen und einem geringeren Nahrungsangebot an Insekten, eine weitere Erklärung dafür sein, warum Spatzen in ganz Europa seltener werden. In Deutschland gingen die Spatzen-Bestände innerhalb der letzten 20 Jahre je nach Region um bis zu 60 Prozent zurück.

Dem Hausgimpel droht ein ähnliches Schicksal. Er kann zwar laut und hoch gegen den Stadtlärm ansingen, verausgabt sich dabei aber völlig. Erschöpft muss er sich auf kürzere Darbietungen beschränken, was wiederum die Gimpelweibchen gar nicht schätzen. Der Effekt: siehe Hausspatz. Es gibt mehrere Faktoren, die die Überlebenschancen von Singvögeln in Städten verschlechtern, beispielsweise Licht und Luftverschmutzung. "Doch der Lärm wurde bisher zuwenig berücksichtigt.", erklärt Slabbekoorn.

Der Wissenschaftler glaubt, dass Lärm die Vielfalt der städtischen Singvogelarten auf lange Sicht stark reduzieren wird. Genauso wie schon heute die immer gleichen, globalen Fastfood-Filialen und Kaffeehaus-Ketten das Bild der Städte prägen, so werden wir in Zukunft nur noch ein paar wenige durchsetzungsfähige Singvogelarten antreffen. Der Lebensraum Stadt, er zwingt offenbar auch im Tierreich zur Verflachung. Das allmorgendliche Konzert wird zwar weiterhin stattfinden, aber der Chor wird weniger Stimmen haben.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(