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Knut hat Geburtstag: Torten-Spaß im Eisbärengehege

Auch ein Jahr nach seiner Geburt ist die Begeisterung für Knut noch immer groß. Hunderte Besucher kamen am 5. Dezember in den Berliner Zoo, um dem nicht mehr ganz so tapsigen Eisbären zum Geburtstag zu gratulieren - und um zu sehen, wie er eine Spezialtorte mampfte.

Publikum ist Knut gewöhnt. Zweieinhalb Millionen Besucher haben sich seit seiner Geburt vor einem Jahr schon vor seinem Gehege gedrängelt. Kein Wunder also, dass der weltberühmte Eisbär auch an seinem Ehrentag am 5. Dezember ganz den lässigen Medienstar gab, sich räkelte und selbstbewusst vor den Kameras posierte. Vor den Augen hunderter Zuschauer machte er sich über seine Geburtstagstorte her, die Pfleger Thomas Dörflein aus Reis, Gemüse, Salat und Früchten zubereitet hatte. Um dem prominenten Raubtier beim Schmaus beobachten zu können, hatten alle Kinder bis 15 Jahre freien Eintritt. Manche Besucher waren schon am frühen Morgen gekommen, um sich einen guten Platz zu sichern.

Nach einer halben Stunde war das Festmahl verschlungen. Die Holzkerze, die zur Zierde auf der Torte gestanden hatte, schleppte Knut als Spielzeug ab. Leckeres gab es auch außerhalb des Geheges: Die Berliner Bäckerinnung servierte ein viereinhalb Quadratmeter großes Tortenstück, auf dem Knut mit seiner Mutter aus Marzipan nachgebildet war.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte nach Zoo-Angaben sein Patenkind schon am Wochenende vor seinem Geburtstag besucht. Er sagte anlässlich des Feiertags: "Das Geburtstagsgeschenk für Knut ist, dass wir für seine Verwandten das Eis erhalten wollen in der Arktis."

Obwohl das Geburtstagskind mit mittlerweile 110 Kilo längst nicht mehr so putzig und tapsig ist wie zu Beginn der "Knutmania", will der Zoo bis Silvester erstmals in seiner 163-jährigen Geschichte die Marke von drei Millionen Besuchern knacken. In den nächsten Monaten werde Knut Berlin auf keinen Fall verlassen, sagte Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz. Erst im Mai soll die Entscheidung fallen, ob der Eisbär in einen anderen Zoo umziehen wird. Es sei aber sehr unwahrscheinlich, dass er in Berlin bleiben könne, sagte der Zoologe Heiner Klös, Bären-Kurator des Berliner Zoos, am Mittwoch im RBB-Inforadio. Es gebe in Berlin bereits zwei Eisbärenfamilien in Zoo und Tierpark; eine dritte zu finanzieren sei dem Steuerzahler nicht zuzumuten.

AP/DPA