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Norwegen: Unbekannte klauen Krokodil

Im Aquarium von Bergen waren Tierdiebe am Werk: In der zweigrößten Stadt Norwegens ließen Unbekannte einen Kaiman mitgehen. Die Diebe hatten ein leichtes Spiel, denn der 70 Zentimeter lange "Taggen" soll sehr zutraulich sein.

Norwegens Polizei hat die im hohen Norden eher ungewöhnliche Fahndung nach einem Krokodil aufgenommen. Wie die Zeitung "Bergens Tidende" berichtet, haben Unbekannte am Wochenende einen rund 70 Zentimeter Meter langen Kaiman aus dem Aquarium der zweitgrößten norwegischen Stadt gestohlen. Der Chef des Aquariums, Kees Oscar Ekeli, appellierte an die Diebe, das aus Südamerika stammende Reptil wieder zurückzubringen. Sonst werde es "mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Dauerstress sterben".

"Leider ist dieses Krokodil eines unserer zahmsten Tiere und war deshalb leicht zu entführen", sagte Ekeli weiter. Das Tier hört auf den Namen "Taggen", was übersetzt "Zacke" bedeutet. Keilkopf-Glattstirnkaimane gehören zu den weltweit kleinsten Krokodilarten. Die Diebe gingen nach Überzeugung des Zoologen planmäßig vor und brachen zwei Schlösser zu einem Terrarium auf. "Am Samstag, wahrscheinlich in einem Moment, in dem gerade wenige Besucher im Zoo waren, haben Kriminelle den Käfig geöffnet und sich des Krokodils bemächtigt", berichtet Ekeli.

Auf dem Schwarzmarkt für wilde Tiere könne man den vier bis fünf Jahre alten Kaiman vermutlich "leicht" für umgerechnet etwa 6000 Euro (50.000 Kronen) verkaufen. Der Zoo setzt als für Hinweise, die dazu führen, dass das Tier gefunden wird, die Hälfte dieses Betrages aus. Als Hauptnahrungsmittel sei das kleine Krokodil an Ratten, Mäuse und Fisch gewöhnt, hieß es weiter. Mit seinen scharfen, langen Zähne könnte Taggen einem Menschen allerdings ein oder zwei Finger abbeißen.

DPA/AFP/bub / DPA
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