PLAGE Skorpion-Invasion in brasilianischer Großstadt


Skorpione in Betten, Schränken und Toiletten versetzen derzeit die brasilianische Industriestadt Sorocaba in Angst und Schrecken. Hunderte Tiere sind in die 500.000-Einwohner-Stadt eingefallen.

Vier Menschen wurden bereits gestochen

Skorpione in Betten, Schränken und Toiletten versetzen derzeit die brasilianische Industriestadt Sorocaba in Angst und Schrecken. Hunderte Skorpione sind laut Medienberichten in die 500.000-Einwohner-Stadt eingefallen. Die Spinnentiere hätten in der Stadt im Land Sao Paulo in den vergangenen Tagen bereits Haustiere - darunter einen großen Hund - getötet und außerdem mindestens vier Menschen gestochen, hieß es am Donnerstag.

»Ich lag nichts ahnend auf der Hängematte, da kam dieses Vieh aus dem Nichts und stach mich«, erzählt eines der Opfer, der Rentner Onofre Ferreira. Er musste auf Grund der hohen Giftigkeit und der »Höllenschmerzen« behandelt werden. Unter den gefundenen Skorpionen sind den Angaben zufolge zwar viele harmlose Tiere, aber auch zahlreiche Gelbe Skorpione, die als giftig gelten. Skorpione stechen in der Regel nur, wenn man sich unabsichtig auf sie setzt oder Tiere quetscht, die sich etwa in Kleidern verborgen haben.

Kakerlaken stellen die Hauptnahrung der Skorpione dar

Die Bewohner der betroffenen Viertel nahe des Stadtzentrums von Sorocaba bildeten unterdessen Bürgerwehren gegen die Skorpion-Invasion. Dutzende Männer waren am Dienstag erstmals mit Stöcken bewaffnet auf die Jagd nach den giftigen Skorpionen gegangen. In wenigen Stunden konnten sie mehr als 30 Tiere erlegen. Die getöteten Skorpione wurden wie Jagd-Trophäen auf der Straße ausgestellt.

Die Stadtväter Sorocabas wurden von den Bürgerinitiativen außerdem aufgerufen, für die Säuberung der vielen verlassenen Grundstücke zu sorgen, in denen sich die Skorpione vermehren. »Wir haben die Besitzer von Hunderten von Grundstücken unter Androhung von Geldstrafen zur Säuberung aufgefordert und in den betroffenen Vierteln Gift gegen die Kakerlaken eingesetzt, da diese die Hauptnahrung der Skorpione darstellen«, sagte Stadt-Sprecher Ivan Marques.

Die Tiere flüchten aus dem Land in die Städte

Probleme mit Skorpionen kommen in den brasilianischen Großstädten oft vor. Vor wenigen Monaten war ein junges Mädchen in der Stadt Itapebi nach einem Stich ums Leben gekommen. Nach Einschätzung von Experten flüchten die Tiere vor in der Landwirtschaft verwendeten Insektengiften in die Städte. »Dort können sie sich an schmutzigen Orten mit viel Müll leicht vermehren«, warnte die Infektionsexpertin Fan Hui Wen.

Obwohl Skorpionen der Ruf vorauseilt, durch einen Stich Menschen töten zu können, ruft das Gift der großen Mehrheit der rund 1500 verschiedenen Skorpionarten nur lokale Reizungen hervor. Unter den weltweit rund 25 Arten, die Menschen töten können, gehören die in Südamerika verbreiteten Tityus-Arten.


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