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Ressourcen: Wachsender Wohlstand bedroht die Umwelt

Wirtschaftlicher Aufschwung und steigender Lebensstandard sind zwar grundsätzlich positiv, doch hat der damit verbundene Wandel des Lebensstils gravierende Folgen für die Umwelt.

Der wachsende Wohlstand in Schwellen- und Entwicklungsländern könne globale Umweltprobleme weiter verschärfen. Insbesondere die stetig steigende Zahl an Autos und die Umstellung auf eine sehr fleischhaltige Ernährung schadeten der Umwelt. Zu dieser Einschätzung kommen britische Wissenschaftler nach einer umfassenden Analyse der Lebens- und Umweltbedingungen in 20 Ländern, deren Wirtschaft in den vergangenen Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt hat. Sie berichten darüber im amerikanischen Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Um das Bewusstsein für die Umwelt zu schärfen, fordern sie weltweite Anstrengungen.

Durch die verbesserte Wirtschaftslage seien in den vergangenen Jahren mehr als eine Milliarde kaufkräftige Konsumenten zu den wohlhabenden Bewohnern der reichen Länder hinzugekommen, schreiben Norman Myers vom Green College (Oxford) und Jennifer Kent von der Oxford Universität in Großbritannien. Zusammengenommen entspräche die Kaufkraft dieser Konsumenten mittlerweile der der USA. Obwohl Wohlstand nicht per se der Umwelt schade, führe der sich wandelnde Lebensstil zu einer weiteren Ausbeutung der Ressourcen und trage zur Verschmutzung der Umwelt bei.

"Nachhaltiger Konsum" gefordert

Die Umstellung auf eine fleischhaltige Ernährung führe zu einer Ausweitung des Getreideanbaus, da mehr und mehr Tiere ernährt werden müssten. Dies wiederum verbrauche viel Wasser und führe durch Bodenerosion zu einer nachhaltigen Schädigung der Anbauflächen. Allein auf China entfielen 28 Prozent des weltweiten Fleischverbrauchs. Derzeit entfielen etwa ein Fünftel des weltweiten Auto-Bestands auf die Schwellen- und Entwicklungsländer, schreiben die Forscher.

Der wirtschaftliche Aufschwung in diesen Ländern sei prinzipiell positiv zu bewerten, betonen die Autoren. Dennoch müssten nun weltweit Anstrengungen unternommen werden, um die nachteiligen Auswirkungen des neuen Wohlstands einzuschränken. Dafür müsse das Bewusstsein für einen "nachhaltigen Konsum" geschult werden. So könnten etwa öffentliche Verkehrsmittel und umweltfreundliche Technologien stärker gefördert, Ressourcen-verbrauchende Lebensmittel hingegen stärker besteuert werden.