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Richard Axel: Graue Eminenz und Dukatenesel

Er gilt als "absoluter Macher" und bei einigen auch als Machtmensch. Dem Biologen Richard Axel wurde am Montag zusammen mit Linda B. Buck der Medizin-Nobelpreis zugesprochen.

Der US-Biologe Richard Axel (58) ist "die große graue Eminenz" in der Neurophysiologie des Riechens. "Ein absoluter Macher", nannte der Bochumer Neurophysiologe Professor Hans Hatt seinen Kollegen in New York unmittelbar nach der Bekanntgabe des diesjährigen Nobelpreisgewinns für Medizin. Für die Columbia Universität ist der Pionier der Molekularbiologie seit Jahrzehnten unbezahlbar. Die so genannten Axel-Patente füllten ihre Kassen bisher mit rund 400 Millionen Dollar (325 Millionen Euro) und sind damit die einträglichsten Patente einer amerikanischen Universität überhaupt.

"Diszipliniert und von Neugier angetrieben"

Der gebürtige und eingefleischte New Yorker wohnt mit seinem Sohn Jonathan ganz in der Nähe des "Axel-Labors" der Universität am Hudson River in Manhattan. George Rupp, bis vor kurzem Präsident der Universität, beschreibt Axel als "überaus disziplinierten und von intellektueller Neugier angetriebenen" Forscher. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, Axel sei ein Machtmensch und neige zur Arroganz.

Er selbst betont immer wieder, dass er Columbia zu größtem Dank verpflichtet sei. Ein Stipendium der Ivy-League-Elite-Universität hatte ihm in den 60er Jahren den Start erleichtert. 1974 schloss er sich der Fakultät an und kam schon zwei Jahre später zu der Überzeugung, dass die Funktion unbekannter Gene am besten durch deren künstlichen Transfer in fremde Zellen erforscht werden kann. Seine aus dieser Erkenntnis resultierende Gentechnik half seitdem, etliche der bestverkauften Medikamente in aller Welt zu produzieren. Mehr als 30 Pharmaunternehmen entwickelten unter anderem Mittel zur Blutverdünnung und gegen Multiple Sklerose.

DPA / DPA