Sea Shepherd Walfänger feuern auf Tierschützer

Dramatische Szenen im Eismeer: Japanische Walfänger haben offenbar auf Umweltaktivisten geschossen und eine Blendgranate abgefeuert. Das meldet die Organisation Sea Shepherd. Eine Kugel soll in der schusssicheren Weste ihres Kapitäns steckengeblieben sein.

Bei einer Aktion gegen japanische Walfänger sind Mitglieder der Umweltschutzgruppe Sea Shepherd nach eigenen Angaben in der Antarktis beschossen worden. Ein Geschoss sei in seiner kugelsichereren Weste steckengeblieben, erklärte Kapitän Paul Watson von Sea Shepherd am Freitag. Zwei weiterere Aktivisten seien durch eine Blendgranate verletzt worden, die von einem japanischen Walfangschiff abgefeuert worden sei. Ein Crewmitglied wurde am Rücken, ein anderes an der Hüfte verletzt, berichtet die Organisation. Der Bericht wurde von japanischer Seite bislang nicht bestätigt.

Bei der Aktion hatten die Aktivisten nach eigenen Angaben Stinkbomben auf das japanische Walfangschiff Nisshin Maru geworfen, um die Crew zu behindern und den Walfang zu erschweren. Mit einer änhlichen Aktion hatten die Tierschützer bereits am vergangenen Montag Aufsehen erregt: Mit Buttersäure-Flaschen und weißem Pulver hatten sie das Schiff der Walfänger attackiert, was die Japaner als "terroristischen Akt" geißelten.

Seit Monaten protestiert Sea Shepherd gegen den geplanten Abschuss von rund 1000 Walen in der diesjährigen Walfangsaison. Mehrfach ist es dabei schon zu dramatischen Szenen auf See gekommen. Mitte Januar hatte die Besatzung eines japanischen Walfängers zwei Aktivisten der Gruppe festgenommen und für 48 Stunden an Bord ihres Schiffs festgehalten. Erst nach Vermittlung Australiens waren die beiden Aktivisten wieder freigekommen. Japan behauptet, die Wale zu rein wissenschaftlichen Zwecken abzuschießen. Die Walfänger nutzen ein Schlupfloch im Walfang-Moratorium von 1986, das den Fang der Tiere zu kommerziellen Zwecken verbietet. Tatsächlich wird das Walfleisch aber meist im Handel verkauft.

DPA DPA

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