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Shuttle-Katastrophe: Flugmanager nahmen Schaden an "Columbia" nicht ernst

Die für die Raumfähre "Columbia" zuständigen Flugaufseher haben den beim Start entstandenen Schaden an einer Tragfläche offenbar nicht ernst genommen.

Die für die Raumfähre "Columbia" zuständigen Flugaufseher haben den beim Start entstandenen Schaden an einer Tragfläche offenkundig nicht ernst genommen. Das gehe aus den Protokollen der Besprechungen während des Flugs hervor, berichtete die Zeitung "Orlando Sentinel". Bei der "Columbia"- Katastrophe waren am 1. Februar während des Wiedereintritts in die Atmosphäre alle sieben Astronauten ums Leben gekommen.

Experten beurteilten Schaden als gering

Die Flugmanager hätten die möglichen Gefahren bei den fünf Besprechungen nur drei Mal erwähnt. Der Schaden entstand, als ein koffergroßes Stück Isolierschaum an einem Außentank abriss und gegen den Shuttleflügel schlug. Er sei von den Experten als gering beurteilt worden, berichtete die Zeitung, der Auszüge der Protokolle vorlagen. Es bestehe keine Gefahr, lautete das Urteil.

Aus den Protokollen geht auch hervor, dass die Manager die sieben Astronauten erst eine Woche nach dem Start über das Problem informiert hatten und auch nur, weil die Presse darüber berichtet hatte. Die Shuttle-Manager verwiesen in ihren Gesprächen darauf, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach Stücke des Isolierschaums abgerissen seien, ohne dass ein größerer Schaden entstand.

"Ich glaube nicht, dass wir viel machen können"

Die inzwischen versetzte Leiterin des Teams, Linda Ham, ließ auch den Hinweis nicht gelten, dass der Schaum an der getroffenen Stelle des Flügels einen größeren Schaden hinterlassen könnte. "Und echt, ich glaube auch nicht, dass wir viel machen können", sagte Ham, als das mögliche Problem erneut angesprochen wurde. Während des Flugs könne nichts mehr unternommen werden, wichtiger sei, die Sicherheit künftiger Flüge zu garantieren.

Kritiker hatten der NASA vorgeworfen, nicht genügend zur Rettung der sieben Astronauten unternommen zu haben. So wurde der Raumfahrtbehörde vorgehalten, sie habe keine Satellitenaufnahmen von dem möglichen Schaden machen lassen und sie habe auch keine Rettungsmission in Betracht gezogen.

DPA
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