VG-Wort Pixel

Raumfahrt Ins All und zurück: China startet erstmals wiederverwendbare Raumfähre

Mit einer Rakete vom Typ Langer Marsch 2F wurde die Roboterfähre ins All gebracht.
Mit einer Rakete vom Typ Langer Marsch 2F wurde die Roboterfähre ins All gebracht.
© Liang Jie/ColorChinaPhoto / Picture Alliance
Peking arbeitet an wiederverwendbaren Raumfahrzeugen. Nun umkreiste erst mal eine unbemannte Fähre zwei Tage lang die Erde.

Verborgen vor den Augen der Welt hat Chinas wiederverwendbare Raumfähre seine erste Mission hinter sich gebracht. Über Größe und Aussehen des Raumfahrzeugs ist bislang so gut wie nichts bekannt. Es wurde am Freitag mit einer Rakete des Typs Langer Marsch 2F vom Jiuquan Startzentrum im Nordwesten Chinas gestartet und blieb zwei Tage im Weltall.

Erfolgreich gelandet 

Das Raumschiff sei wie geplant gelandet, gab die Nachrichtenagentur Xinhua bekannt. Dieser Flug "markiert einen wichtigen Durchbruch in der Forschung unseres Landes über wiederverwendbare Raumschiffe", die einen "bequemeren und kostengünstigeren Weg" darstellen, den Weltraum zu erreichen, so Xinhua. Die China Aerospace Science and Technology Corporation, in der die staatlichen Raumfahrtunternehmen zusammengefasst sind, erklärte, dass es sich um ein unbemanntes Roboterfahrzeug gehandelt habe, mit dem die Technik einer wiederverwendbaren Fähre erprobt werden solle, die dann Fracht und Astronauten mitnehmen soll. Schon in einem früheren Bericht hieß es, dass die Mission den "Grundstein für zukünftige bemannte Raumfahrtprogramme legen" werde.

Kostensenkung

Wiederverwendbare Module sollen helfen, die enormen Kosten der Raumfahrt zu reduzieren. Peking arbeitet dabei an zwei verschiedenen Entwicklungen. Während die eigentliche Fähre per Fallschirm zu Erde zurückkehren soll, sollen die Trägerraketen eine vertikale Landung beherrschen. Schon 2015 gelang es Elon Musks Unternehmen SpaceX seine Rakete Falcon 9 Rocket vertikal zu landen. Die China Aerospace Science and Industry Corporation arbeitet seit 2017 an vergleichbaren Trägerraketen. Sie sollen aber keine spezielle Landeplattform mehr benötigen und auf einem beliebigen Flughafen starten und landen können.

Sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion haben schon vor Jahrzehnten wiederverwendbare Raumfahrzeuge benutzt. Die US-amerikanische Raumfähre flog von den 1980er-Jahren bis 2011 insgesamt 134 Missionen. Das sowjetische Raumflugzeug Buran umkreiste die Erde nur zweimal während seines einzigen unbemannten Fluges im Jahr 1988. Seitdem hat das US-Militär die X-37 entwickelt, eine Roboterfähre, die im Mai bereits seinen sechsten Flug absolvierte. Wie in den USA soll das chinesische Programm vom Militär geleitet werden.

Pekings Aufholjagd im Weltall

China hat sein Weltraumprogramm in den letzten zehn Jahren rasant beschleunigt. Peking bringt Weltraumlabors und Satelliten in die Umlaufbahn und ist das erste Land, das einen unbemannten Rover auf die abgewandte Seite des Mondes geschickt hat.

Peking arbeitet zudem daran, Astronauten zum Mond und schließlich zum Mars zu schicken. Im Juli startete Peking seine erste unbemannte Mission auf dem Roten Planeten. Die Tianwen-1-Sonde wird den Planeten umkreisen, bevor ein Rover auf der Oberfläche landet.

Quellen: Xinhua, SpaceNews

Lesen Sie auch:

Machtkampf im Weltall – Chinas Satellitennavigationssystem deckt die ganze Welt ab

Chinas Bagger schaufeln die neue Weltordnung herbei

Chinas Einstein-Radar soll unsichtbare US-Jets abschießen


Technik


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker