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Tiersinne: Die Kraft der zwei Nasen

Taufliegen haben einen klaren Vorteil, wenn es um den Geruchssinn geht: Sie besitzen zwei Nasen. Biologen haben nun untersucht, wie die Insekten beide Organe nutzen.

Taufliegen nehmen Gerüche mit zwei Nasen wahr und können so den Ursprung des Geruchs besser finden und sich leichter orientieren. Das haben amerikanische Wissenschaftler bei Experimenten mit Fliegen der Art Drosophila melanogaster herausgefunden. Die Forscher um Matthieu Louis von der Rockefeller-Universität in New York schalteten Geruchsrezeptoren im linken oder im rechten Geruchsorgan am Kopf der Fliegen aus und schauten, wie sich die Tiere in Gegenwart von Duftstoffen verhielten. Wie Menschen ihre zwei Augen und zwei Ohren nutzen, verwenden die Fliegen ihre beiden Nasen, um räumliche Informationen über ihre Umgebung zu erhalten, schreiben Louis und seine Kollegen im Fachmagazin "Nature Neuroscience".

Die Wissenschaftler züchteten Fliegenlarven, denen auf der linken oder der rechten Seite des Kopfes ein funktionierendes Geruchsorgan fehlte. Anschließend beobachteten sie, wie die Tiere auf den Duft reifer Bananen reagierten. Dabei wurde die Konzentration des Duftstoffes in der Luft mit Hilfe von Infrarotstrahlung sichtbar gemacht, erklären die Forscher. Zwar wurden alle Fliegenlarven von dem Bananenduft angezogen. Die Larven jedoch, denen nur ein funktionierendes Riechorgan zur Verfügung stand, hatten Schwierigkeiten, den Ursprung des Geruches zu finden: Sie konnten sich nicht so gut anhand der unterschiedlichen Konzentrationen des Duftstoffes in der Luft orientieren, betonen die Wissenschaftler.

Die Geruchsorgane der Larven sitzen auf der linken und der rechten Seite des Insektenkopfes. Dadurch seien sie räumlich voneinander getrennt und würden einen Duftstoff unterschiedlich stark wahrnehmen, schreiben die Forscher. Ähnlich wie Menschen beide Ohren brauchen, um zu entscheiden, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, nutzen die Fliegenlarven die Informationen, die ihnen ihre beiden Nasen liefern. Um die Wahrnehmungen ihrer beiden Riechorgane zu vergleichen, müssten diese Informationen zumindest für kurze Zeit im Nervensystem der Insekten gespeichert werden, betonen die Forscher. In gewisser Weise besitzen die Insekten so ein Gedächtnis, das ihnen bei der Orientierung hilft.

DDP / DDP
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?