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Wissenschaftliche Studie: Kleine Inseln können die Wucht von Tsunamis verstärken

Laut einer britischen Studie verringern kleine Inseln, nicht wie bisher vermutet, die Stärke von Tsunamis. Im Gegenteil: Sie wirken wie eine Linse, die die Energie der Riesenwellen bündelt.

Immer wieder fordern Tsunamis viele Menschenleben und richten massive Zerstörungen an

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Anders als bislang angenommen könnten kleine Inseln einer Studie zufolge Tsunamis noch verstärken. Das britische Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society" veröffentlicht in seiner neuen Ausgabe eine Studie von Forschern, die mit Hilfe von 200 Computersimulationen die Bewegung von Wellen studierten. Sie variierten dabei die Höhen von Inseln und Küsten, die Wassertiefe sowie die Distanz zwischen Küste und Insel selbst.

Dabei fanden sie heraus, dass kleine Inseln nicht wie bislang angenommen als natürliche Wellenbrecher fungierten und die Küstenbewohner beschützten, sondern vielmehr die Energie des Tsunamis um teilweise "bis zu 70 Prozent verstärkten". Oft habe sich eine Insel eher wie eine "Linse verhalten und die zerstörerische Kraft der Welle noch fokussiert", sagte der Ko-Autor der Studie, Frédéric Dias, vom Französischen Zentrum für Mathematik und Anwendung der Nachrichtenagentur AFP.

Die Ergebnisse könnten nun einige Küstenbewohner sowie die zuständigen Behörden zum Umdenken angesichts ihrer Sicherheit bewegen, sagte Dias. Die jüngste Studie war auf den Weg gebracht worden, weil sich Wissenschaftler über die besonders schwere Verwüstung der indonesischen Insel Sumatra beim Tsunami 2004 gewundert hatten, obwohl diese von zahlreichen vorgelagerten Inseln umgeben ist.

amt/AFP / AFP
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