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Wetterphänomen Tornado: Windhose in Rostock-Warnemünde war nicht vorhersehbar

Tornados in Bad Salzuflen, auf Usedom und in Rostock-Warnemünde: Jährlich ziehen 20 bis 50 Tornados durch Deutschland. Vorhersehen lassen sich derartige Wetterphänomene nicht.

Ein Tornado hat am Samstagabend im Ostseebad Rostock-Warnemünde fünf Menschen verletzt und Sachschäden angerichtet. Zu solchen Wetterphänomenen, die maximal eine halbe Stunde dauern, kommt es in Deutschland etwa 20 bis 50 Mal im Jahr. Ob Windhose oder Tornado, gemeint ist dasselbe: Die Rede ist von säulenförmigen Wirbelstürmen, die viel kurzlebiger und örtlich begrenzter auftreten als Hurrikane, deshalb aber keineswegs harmlos sind.

Die rotierenden Luftsäulen entstehen, wenn zwei große Luftmassen unterschiedlicher Temperatur und Feuchtigkeit aufeinandertreffen, es also am Boden sehr warm und trocken, in großer Höhe aber sehr kalt und feucht ist. Außerdem muss in großer Höhe ein starker Seitenwind wehen, der die aufsteigende warme Luft andreht. Dadurch wächst aus der Gewitterwolke eine Windhose Richtung Boden. Der dabei entstehende Sog kann Dächer abdecken, Bäume entwurzeln und Wohnwagen umstürzen.

Schwere Tornados, wie sie hauptsächlich in den USA vorkommen, hinterlassen eine Schneise der Verwüstung und reißen unter Umständen ganze Häuser mit sich. Sie entwickeln Windgeschwindigkeiten von 270 bis 360 Stundenkilometern und wüten manchmal über Stunden hinweg, immer wieder genährt durch warme bodennahe Luftschichten.

In Mitteleuropa hingegen sind extreme Luftmassenunterschiede selten. So entstehen mach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Deutschland pro Jahr zwischen zwanzig und fünfzig Tornados, anders als in den USA gibt es keine bestimmte Tornado-Saison. Obwohl in jüngster Zeit häufiger von Tornados die Rede ist, hat sich deren Zahl aber nach Angaben des DWD nicht erhöht. Früher seien Tornados schlicht seltener gemeldet worden, es habe aber eine große Dunkelziffer bestanden. Dabei ist nach Angaben der Meteorologen nicht vorhersehbar, ob sich Sturmböen zu Windhosen entwickeln. Warnungen im Vorfeld sind damit quasi nicht möglich.

AFP / AFP