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Schweres Unwetter über Deutschland Starkregen und Tornado sorgen für Chaos


Extreme Regenfälle und ein Tornado haben im Westen Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Im Kreis Steinfurt und in Osnabrück riefen die Behörden den Katastrophenalarm aus. Mittlerweile entspannt sich die Lage aber wieder.

Regentief "Cathleen" hat in der Nacht zum Freitag mit extremen Schauern und einem Tornado in Teilen von Nordrhein-Westfalen und der Region Osnabrück für Chaos gesorgt. Im Kreis Steinfurt wurde am frühen Morgen vorübergehend der Katastrophenalarm ausgerufen. Ein Regenrückhaltebecken in Rheine drohte zu bersten und damit ein Industriegebiet zu überfluten. Es musste mit Sandsäcken gesichert werden. Auch im Südwesten Deutschlands liefen zahlreiche Keller voll, Straßen wurden überschwemmt.

Gegen 4 Uhr wurde auch in Osnabrück der Katastrophenalarm ausgelöst. Der Pegelstand der Hase, dem Fluss durch Osnabrück, stieg zeitweise auf 2,40 Meter über normal. Einige Speicherbecken konnten die Wassermassen nicht mehr aufnehmen und liefen über. Eine Schule und ein Krankenhaus konnte nur mit Hilfe von Sandsäcken vor einer Überflutung bewahrt werden. Die Autobahn 30 bei Osnabrück war am frühen Morgen zwischen Sutthausen und dem Südkreuz in Richtung Hannover gesperrt. Nach Abklingen der Regenfälle entspannte sich die Lage am Freitag wieder. Der Katastrophenalarm bleibe aber zunächst bestehen, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Einsatzkräfte müssten noch etliche vollgelaufene Keller leer pumpen.

Bei Quakenbrück krachte am Donnerstag ein Triebwagen der Nord-West-Bahn in eine Baumkrone, die sich durch Regen und Wind zur Schiene geneigt hatte, Menschen wurden nicht verletzt.

"Cathleen" brachte den Bahnverkehr im Münsterland teilweise zum Erliegen. Drei Strecken, unter anderem zwischen Münster und Osnabrück, wurden in der Nacht zum Freitag wegen Überschwemmungen gesperrt. Nach Angaben eines Bahnsprechers war ein Rückhaltebecken am Donnerstagabend gebrochen. Am frühen Morgen war noch nicht absehbar, wann wieder Züge rollen. Der Fernverkehr zwischen Münster und Osnabrück wird nach Bahnangaben umgeleitet, es kommt zu Verspätungen.

"Die Feuerwehren sind am Ende ihrer Kräfte"

In Steinfurt fiel nach Angaben des Kreis-Ordnungsamtes eine Kläranlage aus. Für die Anwohner wurden mobile Toiletten aufgestellt. Bis zum Morgen gab es in der Region mehr als 1200 Einsätze. "Die Feuerwehren sind am Ende ihrer Kräfte", sagte die Amtsleiterin. Ein Haus am Hang stand in Gefahr, unterspült zu werden. Bei einem Fahrradgroßhandel in Rheine stürzten vermutlich wegen der Wassermassen Teile des Daches ein. Auf einer Weide bei Steinfurt drohten Kühe zu ertrinken. Zudem standen mehrere Pferde bis zum Hals im Wasser und mussten gerettet werden. Der Katastrophenalarm wurde am Freitagvormittag aufgehoben. Die Situation blieb aber vielerorts kritisch.

Im Kreis Herford wurden Unterführungen und Straßen überschwemmt, auch im Kreis Minden-Lübbecke liefen Keller voll. "Ich kann mich nicht erinnern, wann es das letzte Mal so geregnet hat", sagte ein Polizeisprecher.

"So viel Regen wie sonst in einem Monat"

In Bad Salzuflen richtete ein Tornado erheblichen Schaden an. Die Windhose fegte durch mehrere Ortsteile hindurch. Durch die enormen Windgeschwindigkeiten wurden zwei Häuser teilweise abgedeckt, Dachziegel flogen durch die Luft. Meterdicke Straßenbäume wurden komplett entwurzelt oder wie Streichhölzer abgeknickt und zum Teil gespalten. Durch den Starkregen liefen unzählige Keller voll. Auch an vielen anderen Orten liefen Keller voll, Straßen wurden überschwemmt. Menschen kamen nach ersten Erkenntnissen nicht zu Schaden.

"Cathleen" zog am Donnerstag über den Norden Deutschlands. Für einen Streifen vom Münsterland zum südlichen Niedersachsen warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach vor ergiebigem Dauerregen. In vereinzelten Gebieten wurde am späten Donnerstagabend die höchste Warnstufe ausgerufen, bis 22.30 Uhr fielen bis zu 110 Liter pro Quadratmeter. Bis zum Freitagmittag werden örtlich weitere Regenmengen von bis zu 80 Liter pro Quadratmeter erwartet. "An vielen Orten hatten wir heute so viel Regen wie sonst in einem Monat fällt", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Essen.

mad/DPA/APN DPA

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