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Zufallsfund: 300 Millionen Jahre altes Hirn entdeckt

Wissenschaftler haben mehr zufällig als gewollt ein 300 Millionen Jahre altes versteinertes Gehirn entdeckt. Ein seltener Fund, der bei der Untersuchung eines Fisches zum Vorschein kam und neue Erkenntnisse über die Evolution von Gehirnen liefern könnte.

Bei dem Exemplar handele es sich um das bei weitem älteste bekannte, sagte John Maisey vom American Museum of Natural History in New York.

Der sogenannte Iniopterygian, ein Vorfahre der Haie, war zu Tests nach Frankreich geschickt worden. Französische und amerikanische Wissenschaftler nutzen dort für ihre Untersuchungen die intensive und scharf fokussierte Strahlung eines Teilchenbeschleunigers, der Synchrotronquelle in Grenoble (ESRF). Auf einem Bild entdeckten sie im Kopf des Fisches einen versteinerten Klumpen, wie Maisey und weitere Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Magazins "Proceedings of the National Academy of Science" berichteten.

Laut Alan Pradel vom Muséum National d'Histoire Naturelle in Paris ist die Konservierung des Gehirns vor allem Bakterien zu verdanken. Kurz nach dem Tod des Knorpelfisches hätten sich diese auf der Hirnmasse angesiedelt und dort eine Anreicherung mit Phosphatverbindungen verursacht. Im Röntgenlicht der Synchrotronquelle konnte so die versteinerte Hirnstruktur aus Kalziumphosphat deutlich von dem umliegenden Gewebe unterschieden werden, das vor allem aus Kalziumkarbonat besteht.

Der Hai-Ahn lebte wahrscheinlich im schlammigen Boden flacher Gewässer und konnte daher rasch nach seinem Ableben komplett eingeschlossen werden und versteinern. Dass der Iniopterygian ein Gehirn hatte, wussten Wissenschaftler bereits. Auf der Grundlage dieser Analysen erwarten die Forscher allerdings neue Erkenntnisse über die Evolution von Gehirnen und Nervensystemen.

AP/lea / AP
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