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Neue Roboter-Version: "Asimo" tanzt und spricht schon wie ein Großer

Wäre "Asimo" ein Mensch, dann würde er mit seinen 14 Jahren mitten in der Pubertät stecken. Nicht nur bei Robotern ein gutes Alter, um plötzlich mit ungeahnten Fähigkeiten zu verblüffen.

Von Alexander Meyer-Thoene

Der Roboter "Asimo" von Honda begeistert die Besucher auf der "International Autoshow" in New York

Der Roboter "Asimo" von Honda begeistert die Besucher auf der "International Autoshow" in New York

Wenn man an menschliche Maschinen denkt, gehört "Asimo", neben den Star-Wars-Helden R2-D2 und C-3PO, sicher zu den bekanntesten Robotern. Mit nur einem Unterschied - "Asimo" gibt es wirklich. Seit dem Jahr 2000 erinnert der sympathisch wirkende Roboter der Firma Honda immer wieder daran, dass aus Science-Fiction schnell Realität werden kann. Auf der "International Autoshow" in New York wurde er in seiner neusten "Version 3" erstmals dem US-Publikum vorgestellt - und überraschte die Zuschauer mit einer Vielzahl von Fähigkeiten.

Wie ein Mensch im Roboterkostüm

Joggen, auf einem Bein hüpfen, Fußbälle kicken, Treppen steigen oder Getränke servieren, ein Video seines Auftritts zeigt: das alles ist für "Asimo" kein Problem mehr. Im Gegenteil. Seine Bewegungen wirken teilweise durchaus menschlich. Ganz anders als noch vor ein paar Jahren, als die Tanzeinlagen seiner Vorgängermodelle in erster Linie den Effekt der Belustigung erzielten. Heute sorgt der Humanoide eher für Erstaunen als für Gelächter - "Asimo" scheint erwachsen geworden zu sein. In seiner aktuellen Version könnte man zeitweise sogar denken, es handele sich um einen Menschen in einem Roboterkostüm.

Besonders erstaunlich ist, dass der 1,20 Meter große und 52 Kilo schwere "Asimo" autonom handelt, er wird von niemandem mehr gesteuert. Wenn er, wie in dem Video zu sehen, ein Glas in die Hand nimmt, verraten ihm eine Vielzahl von Sensoren welche Art von Objekt er gerade hält und wie schwer es ist. Verschiedenste Aufgaben können einprogrammiert werden, die der gebückt laufende Roboter, mit Hilfe seiner beiden Kameraaugen und den Sensoren in seinen Händen alleine bewältigt.

"Asimo" kommuniziert mit Zeichensprache

Auch seine Kommunikationsfähigkeiten haben sich über die Jahre weiterentwickelt. Heute versteht "Asimo" einige Sätze und Gesten, kann Gesichter erkennen und nutzt die japanische Zeichensprache um sich mitzuteilen. Der Honda-Manger Jeffrey Smith sagte der Webseite "Mashable", "Asimo" lerne gerade auch die amerikanische Gebärdensprache - als erste Fremdsprache sozusagen.

In Zukunft sind viele Einsatzmöglichkeiten für humanoide Roboter vorstellbar, doch es bleibt abzuwarten, ob die Menschen, Maschinen wie "Asimo" wirklich in ihrem Alltag wollen. Umso realistischer ihre Bewegungen und ihr Aussehen werden, umso höher ist für viele auch ein gewisser Gruselfaktor. Das Imitieren zwischenmenschlicher Verhaltensweisen soll dabei helfen, "dass Menschen mehr Sympathie und Zuneigung gegenüber 'Asimo' empfinden", sagte ein Honda-Manager bei der Veranstaltung. Auch sein harmloses Äußeres könnte bewusst gewählt worden sein, um Horrorphantasien wie die des "T-1000" aus dem Film "Terminator" gar nicht erst aufkommen zulassen. Auf jeden Fall geht von "Asimo" heute noch keine Gefahr aus - er zeigt keine Zeichen von Aggression und seine Batterie hält gerade einmal 40 Minuten.

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