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Seltenes Schauspiel : Merkur schiebt sich heute vor die Sonne

An diesem Montag wandert ein kleiner Punkt über die Sonnenscheibe. Es ist der Merkur. Das seltene Ereignis kann am besten in Sternwarten beobachtet werden.

Bei einem Merkurtransit ist Merkur vor der Sonne zu sehen

An diesem Montag ist ein sogenannter Merkurtransit zu beobachten: Der kleine Planet schiebt sich vor die Sonne

Kosmisches : Der Merkur wandert an diesem Montag vor der Sonne vorbei. Der sogenannte Merkurtransit beginnt um 13.12 Uhr mit dem Eintritt des kleinsten Planeten am Ostrand der Sonne und endet um 20.41 Uhr. Wolken erschweren voraussichtlich im Süden, Westen und Osten die Sicht. "Die Chancen stehen im Norden besser als im Süden", sagt Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst.

Merkurtransite sind noch seltener als Sonnen- und Mondfinsternisse. Im 21. Jahrhundert tritt der sonnennächste Planet nur 14 Mal vor die Sonne. Nicht alle Merkurtransite sind von Mitteleuropa aus zu sehen. Zuletzt konnte das Schauspiel von Deutschland aus 2003 beobachtet werden, das nächste Mal ist es 2019 möglich.

Merkurtransit mit bloßem Auge nicht zu erkennen

Merkur ist der kleinste Planet unseres Sonnensystems und hat einen Durchmesser von fast 4900 Kilometern. Er erscheint am Montag als winziger dunkler Punkt vor der Sonne. Mit bloßen Augen ist das Ereignis nicht zu sehen. Dafür ist ein Fernrohr mit stabilem Stativ und mindestens 50-facher Vergrößerung notwendig. Das Himmelsereignis kann auch in vielen Sternwarten beobachtet werden. Experten warnen: Niemals ohne Filter in die Sonne schauen.

Ein extrem dünnes Gasgemisch, die Exosphäre, umhüllt den Merkur. Diese Exosphäre besteht vor allem aus Sauerstoff, Natrium und Wasserstoff. Forscher des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam wollen das Himmelsschauspiel nutzen, um mit Hilfe von Teleskopen Natrium in der Exosphäre von Merkur aufzuspüren und die Messgenauigkeit von Instrumenten zu testen. Dies sei wegen der dünnen Gasschicht nur durch Raumsonden oder während eines solchen Transits möglich. Die Europäische Weltraumagentur Esa will während des Merkurtransits Bilder ihrer Raumsonde "BepiColombo" übertragen.

ikr / DPA
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