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Stiftung Warentest - Navigationsgeräte: Handy gegen Navi

Smartphones und klassische Navigationsgeräte im Vergleich.

Vor knapp einem Jahr sorgte Nokia für einen Durchbruch bei der Handynavigation. Der finnische Marktführer stellte die bis dahin kostenpflichtige Navigationsfunktion seines Kartenprogramms Ovi Maps für einige Smartphones gratis zur Verfügung. Andere Anbieter zogen nach, und so lassen sich heute viele Smartphones auch ohne Aufpreis als Routenführer nutzen. Neben zehn reinen Navis hat die Stiftung Warentest exemplarisch vier Smartphones mit Navigationssoftware geprüft - für jedes der wichtigsten Handybetriebssysteme eines. Ergebnis: Einige Smartphones navigieren nicht schlechter als viele Navis. Völlig ausgedient haben die aber trotzdem noch nicht.

Bei der Handynavigation gibt es zwei grundlegend verschiedene Techniken: die Onboard- und die Offboardlösungen. Bei den geprüften Onboardlösungen von Garmin-Asus, Navigon und Nokia ist das Kartenmaterial auf dem Handy gespeichert, und die Routenberechnung erfolgt auf dem Gerät. Das Handy wird so zum eigenständigen Navi.

Handylösungen nichts für Vielfahrer

Bei der Offboardlösung von Google leitet das Handy die Routenanfrage über eine Datenverbindung an die Rechner von Google weiter, wo auch das Kartenmaterial liegt. Vorteil: Die Routenberechnung erfolgt immer mit dem neuesten Kartenmaterial. Nachteil: Es entsteht kostenpflichtiger Datenverkehr. Wer eine solche Offboardnavigation nutzt, braucht den passenden Datentarif. Im Ausland ist Google Maps Navigation kaum sinnvoll nutzbar. Sobald das Handy in einem ausländischen Mobilfunknetz ist, explodieren die Kosten für die Datenübertragung.

Insgesamt schlagen sich die Handylösungen im Vergleich zu den reinen Navis nicht schlecht. Das Garmin-Asus nüvifone M10, Google Maps Navigation auf dem HTC Desire und Ovi Maps auf dem Nokia X6 schaffen eine gute Routenführung. Und auch bei Navigon Select Telekom Edition auf dem Apple iPhone 4 klappt sie bestens, solange der Fahrer nicht von der berechneten Route abweicht. Zumindest für Gelegenheitsnutzer sind die Smartphones damit eine brauchbare Alternative zum klassischen Navi. Vielfahrer werden dagegen deren insgesamt immer noch bessere Handhabung, bessere Anzeigen und verständlichere Ansagen zu schätzen wissen. Besonders beim Nokia X6 sind die Ansagen so leise, dass sie im Verkehrslärm untergehen können.

Navis mit Live-Diensten

Viele Navis aus der Oberklasse bieten sogenannte Live-Dienste: Sie sind mit Mobilfunktechnik ausgerüstet, über die sie aktuelle Informationen über Wetter, Parkplätze, Benzinpreise, vor allem aber zur Verkehrslage empfangen können. So sollen sie Staus besser umfahren und schneller ans Ziel führen. In einem Praxistest haben die Tester die Live-Dienste von Garmin, Medion, Navigon und TomTom verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: TomTom bietet die besten Verkehrsinformationen. Auch abseits von Autobahnen und Bundesstraßen, wo die anderen kaum Verkehrsinfos lieferten, warnte TomTom recht zuverlässig vor Staus. Damit konnte das TomTom-Gerät Fahrtzeiten präziser voraussagen und war insgesamt auch etwas schneller unterwegs. Allerdings lohnt es sich besonders bei kürzeren Staus nicht immer, den Umleitungsempfehlungen zu folgen.

Alle Informationen über den Test finden sie auf test.de sowie in der Ausgabe 01/2011 der Zeitschrift "test".

Stiftung Warentest
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?