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Alterung Stress-Studie zeigt, dass ergrautes Haar wieder farbig wachsen kann

Graue Haare können unter Unständen auch wieder fabig wachsne, so die Studie der Columbia Universität.
Graue Haare können unter Unständen auch wieder fabig wachsne, so die Studie der Columbia Universität.
© Westend61 / Getty Images
Eine Studie der Columbia-Universität zeigt, wie bestimmte Proteine das Haar ergrauen lassen. Die gute Nachricht: Durch weniger Stress kann der Prozess rückgängig gemacht werden.

Stress und Panik machen graue Haare, das behauptet zumindest die Geschichte. An Anekdoten, wie den über Nacht ergrauten Haaren von Marie Antionett, scheint einiges wahr zu sein. Eine neue Studie hat einen wissenschaftlichen Beweis für den Zusammenhang zwischen Stress und Ergrauen erbracht, indem sie die Proteine ermittelte, die diesen Prozess vorantreiben. Die gute Nachricht: Der Prozess soll umkehrbar sein.

Die Studie wurde von Wissenschaftlern der angesehenen Columbia University durchgeführt. Eine allerdings sehr kleine Gruppe von 14 Testpersonen musste ein "Stresstagebuch" führen, parallel wurde an Haarproben ihr Ergrauungsgrad gemessen. Diese Proben wurden in winzige Scheiben geschnitten. Und diese Abschnitte wurden analysiert, um den Grad des Ergrauens zu kartieren. Jede Scheibe war etwa zwanzigstel Millimeter breit und bildete eine Stunde Haarwachstum ab. So konnten Haarwachstum und Ergrauung auf einer Zeitskala untergebracht werden. Denn tatsächlich ist ein einzelnes Haar nicht gleichmäßig gefärbt.

Haare nicht durchgängig gleich gefärbt

"Wenn man ein Haar mit den Augen betrachtet, scheint es durchgehend die gleiche Farbe zu haben, es sei denn, es gibt einen größeren Übergang", so Martin Picard, Hauptautor der Studie. "Unter einem hochauflösenden Scanner sieht man kleine, subtile Variationen in der Farbe, und diese messen wir."

Setzt man die grauen Schübe in Relation zu den Stresstagebüchern finden sich auffällige Korrelationen "zwischen Stress und dem Ergrauen der Haare". In einigen Fällen wurde auch eine Umkehrung des Ergrauens beobachtet, wenn der Stress der Person gelindert wurde. Graue Haare, die zu ihrer natürlichen Farbe zurückkehren, sind etwas, das noch nie quantitativ dokumentiert wurde, so die Forscher. "Eine Person fuhr in den Urlaub, und fünf Haare auf dem Kopf dieser Person erlangten während des Urlaubs ihre dunkle Farbe zurück, zeitlich synchronisiert", so die Forscher. Die Färbung steht mit stressbedingten Veränderungen in den Mitochondrien der Zellen in Verbindung.

Lukrative Forschung

Um besser zu verstehen, wie Stress graues Haar verursacht, maßen die Forscher auch den Gehalt von Tausenden von Proteinen in den Haaren und wie sich der Proteingehalt über die Länge jedes Haares verändert hat. "Wenn Haare noch als Follikel unter der Haut sind, unterliegen sie dem Einfluss von Stresshormonen und anderen Dingen, die in unserem Geist und Körper passieren. Sobald Haare aus der Kopfhaut wachsen, verhärten sie sich und kristallisieren diese Expositionen dauerhaft in eine stabile Form."

Die Entscheidung, ob Grau oder nicht findet also noch in der Kopfhaut statt. "Wir hören oft, dass die Mitochondrien die Kraftwerke der Zelle sind, aber das ist nicht die einzige Rolle, die sie spielen", so Picard. "Mitochondrien sind eigentlich wie kleine Antennen im Inneren der Zelle, die auf eine Reihe von verschiedenen Signalen reagieren, einschließlich psychischem Stress."

Für die Forscher geht es dabei nicht nur um graue Haare. "Unsere Daten gehören zu einer wachsenden Zahl von Beweisen, die zeigen, dass das menschliche Altern kein linearer, feststehender biologischer Prozess ist, sondern zumindest teilweise gestoppt oder sogar vorübergehend umgekehrt werden kann."

Weniger Stress führt zu dunklerem Haar. Noch ist unklar, ob die Zellen der Kopfhaut durch Medikamente so manipuliert werden können, dass die Haare unabhängig von Stresslevel mehr Pigmente produzieren. Graue Haare gehören zwar nicht zu den drängendsten Gesundheitssorgen der Menschheit, aber eine Heilung wäre dennoch sehr lukrativ. Stress ist allerdings nur ein Faktor, das Alter ein weiterer. Sollte die Forschung tatsächlich zu einem Mittel führen, könnten junge Menschen länger ihre natürliche Haarfarbe behalten.

Allzu große Hoffnungen sollten sich andere nicht machen. Die Forscher halten es für unwahrscheinlich, dass ein 10-Jähriger ergraut, nur weil er Stress ausgesetzt wird. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass sich das Haar eine 70-Jährigen repigmentiert, nur weil er stressfrei lebt.

Quelle: Columbia


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