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Llukalkan aliocranianus Forscher entdecken Überreste eines bisher unbekannten Raubsauriers in Argentinien

Kopf eines Abelisauriers.
Abelisaurier lebten vor über 80 Millionen Jahren. Der Kopf des Llukalkan konnte in einem nahezu tadellosen Zustand geborgen werden (Symbolbild) 
© Francois Gohier / ardea.com / Picture Alliance
Die Tyrannosaurier jagten im Norden, die Abelisaurier im Süden. Forscher haben nun eine bisher nicht bekannte Art der südlichen Raubsaurier entdeckt. Der Fund des "Furchterregenden mit dem anderen Schädel" eröffnet der Paläontologie neue Möglichkeiten.

Sie zählen zu den gefährlichsten Raubtieren der Kreidezeit: Raubsaurier, wie der Tyrannosaurus Rex, herrschten über den nördlichen Großkontinent Laurasia. Neben den berühmten Artgenossen aus dem Norden trieben allerdings auch einige Raubtiere auf der Südhalbkugel ihr Unwesen. Paläontologen haben nun eine neue Art Abelisaurier ausfindig gemacht, den "Llukalkan aliocranianus".

Fossilien mehr als 80 Millionen Jahre alt

Ein Forschungsteam der Nationalen Universität von San Luis um den Paläontologen Federico Gianechini entdeckte die Überreste des großen Räubers in der Bajo-de-la-Carpa-Formation im Westen Argentiniens. Das Fossil wird auf mehr als 80 Millionen Jahre geschätzt und umfasst einen nahezu vollständig erhaltenen Schädel, samt scharfem Gebiss.

Der Llukalkan aliocranianus, was so viel bedeutet wie "der Furchterregende mit dem andern Schädel", weist alle Merkmale eines Raubsauriers auf. So zeichnete er sich insbesondere durch seine Schnelligkeit, Größe und massive Bewaffnung aus. Ähnlich wie Tyrannosaurier konnten Abelisaurier bis zu neun Meter lang werden und besaßen das Gebiss eines fleischfressenden Jägers. Auch ihre langen krallenbestückten Unterbeine und kurzen Oberarme ähneln dem Tyrannosaurus. 

Scharfes Gehör unterstützte Raubsaurier bei der Jagd

Neben einem besonders kurzen Schädel, der wohl von auffälligen Höcker-Strukturen geprägt war, macht den Llukalkan insbesondere sein besonders scharfer Gehörsinn einzigartig.

Llukalkan aliocranianus: Forscher entdecken Überreste eines bisher unbekannten Raubsauriers in Argentinien

Die Mittelohrzone des Raubtieres sei mit keinem seiner Art vergleichbar, urteilten die Forscher. Somit sei es wahrscheinlich, dass sich der Saurier bei der Jagd einen Vorteil gegenüber seiner Artgenossen verschaffen konnte.

Wichtige Erkenntnisse für die Paläontologie

Die Ergebnisse der Studie brachten wichtige Erkenntnisse für das Leben der Dinosaurier auf den südlichen Kontinenten zu Tage. Wie der Llukalkan lebte und wen er jagte ist zwar weiterhin unklar, allerdings spricht seine Entdeckung für eine hohe Diversität an Raubsauriern im heutigen Afrika, Südamerika, Indien und Australien.

Da in 700 Meter Entfernung vom Llukalkan aliocranianus Überreste des Abelisauriers "Viaventor exxoni" gefunden wurden, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Raubsaurier auf engstem Raum koexistieren konnten. In diesem Zusammenhang erscheint es zudem als möglich, dass diverse weitere Abelisaurier noch auf ihre Entdeckung warten. Gianechini und sein Team kündigten bereits an, nach weiteren Raubsauriern suchen zu wollen.   

Quellen: Wissenschaft.de , Journal of Vertebrate Paleontology 


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