Witze zum Papst-Besuch Britischer Außenminister entschuldigt sich bei Benedikt


Eröffnung einer Abtreibungsklinik, päpstlicher Segen für eine Homo-Ehe, ein Duett mit der Queen und andere Scherze – der britische Außenminister David Miliband hat sich bei Benedikt XVI. für die "respektlosen" Vorschläge seiner Mitarbeiter zum "idealen Besuch" des Papstes entschuldigt.

Der sprichwörtliche englische Humor einiger Mitarbeiter hat die britische Regierung in Bedrängnis gebracht: Das Außenministerium entschuldigte sich für ein internes Papier mit provokanten Ideen für den bevorstehenden Papst-Besuch. Darin heißt es unter anderem, Benedikt XVI. solle eine Abtreibungsklinik eröffnen, ein homosexuelles Paar segnen und Kondome der Marke "Benedikt" verteilen.

Deklariert war das interne Memo, das der "Sunday Telegraph" abdruckte, laut einer Meldung der britischen Nachrichtenagentur PA als "Hintergrund-Dokument". Die Vorschläge für den "idealen Besuch" seien allerdings "weit hergeholt", heißt es auf dem Deckblatt.

Der verantwortliche Mitarbeiter - ein unter 30-jähriger Beamter - war sich offenbar bewusst, dass sein Entwurf besser nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte: Er bat darum, das Papier vertraulich zu behandeln. Doch das ging gründlich schief.

"Unüberlegt, naiv und respektlos"

Außenminister David Miliband war nach Angaben seines Ministeriums "entsetzt", als er über den Vorfall informiert wurde. Die meisten Vorschläge seien "unüberlegt, naiv und respektlos", hieß es weiter. Das brisante Memo war demzufolge das Ergebnis eines Gedankenaustauschs von drei oder vier niederrangigen Mitarbeitern. Dem federführenden Beamten seien andere Aufgaben übertragen worden.

"Das Außenministerium bedauert den Vorfall sehr und entschuldigt sich für das dadurch verursachte Ärgernis", heißt es in der Erklärung. Der britische Botschafter habe sich bereits beim Vatikan entschuldigt. Ein Sprecher des Heiligen Stuhls bestätigte dies. Die britische Regierung habe erklärt, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Dem sei nichts hinzuzufügen.

Ein Duett mit der Queen

Die Autoren des Papiers machen sich nicht nur über umstrittene Positionen der katholischen Kirche lustig, sondern auch über den Missbrauchsskandal. So schlagen sie laut PA den "Rausschmiss zwielichtiger Bischöfe" und die Eröffnung einer Hotline für missbrauchte Kinder vor. Weiter regen sie an, Benedikt XVI. solle mit der Queen ein Duett für Wohltätigkeitszwecke singen.

Zu den "positiven" Personen, mit denen der Papst zusammentreffen solle, zählen die Autoren demnach den ehemaligen Premierminister Tony Blair und die Sängerin Susan Boyle. Als "negativ" wird der Fußballstar Wayne Rooney gewertet, ebenso wie der prominente Atheist Richard Dawkins, der gedroht hat, das Kirchenoberhaupt festnehmen zu wollen.

Benedikt XVI. will im September nach Großbritannien reisen. Die britische Regierung und die katholische Bischofskonferenz von Schottland, England und Wales erhoffen sich von dem Besuch verbesserte Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Vatikan.

APN/DPA DPA

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