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Zerstörung auf den Philippinen: "Megi" ist der schwerste Taifun seit Jahren

Der schwerste Taifun seit Jahren fegt über die Philippinen hinweg. Auf Luzon führte "Megi" zu Stromausfällen und blockierten Straßen, in China wurden 140.000 Menschen vorsorglich evakuiert.

Der stärkste Taifun seit Jahren ist am Montag über den Nordosten der Philippinen hinweggefegt. Der Wirbelsturm "Megi" erreichte in Böen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 260 Kilometern pro Stunde. In den Küstengebieten mussten mehrere tausend Menschen ihre Häuser verlassen. In vielen Gegenden fielen Strom und Telefonverbindungen aus, Straßen waren wegen umgestürzter Bäume blockiert.

"Megi" traf in der Küstenprovinz Isabela auf der Hauptinsel Luzon auf Land, begleitet von hohen Wellen. Ein Mann, der in einen Fluss fiel, wurde von den Wassermassen mitgerissen und ertrank. In Schulen und Stadthallen wurden Notunterkünfte eingerichtet, der Unterricht fiel aus. Flüge wurden abgesagt und Schiffe angewiesen, in den Häfen zu bleiben.

Mehrere tausend Reservisten und Freiwillige hielten sich zum Katastropheneinsatz bereit, Rettungsboote wurden an wichtigen Stellen in Position gebracht und tausende Notrationen vorbereitet. "Das ist, als ob man sich auf einen Krieg vorbereitet", sagte Benito Ramos, ein ranghoher Mitarbeiter des Katastrophenschutzes und früherer General. "Wir haben Lehren aus der Vergangenheit gezogen."

Im Juli kostete ein Taifun in der Hauptstadt Manila und den umliegenden Provinzen mehr als 100 Menschen das Leben. Der Leiter des Wetterdienstes verlor seinen Posten, weil der Verlauf des Wirbelsturms nicht korrekt vorhergesagt worden war.

"Megi" war der stärkste Taifun auf den Philippinen seit vier Jahren. Damals löste ein verheerender Wirbelsturm Erdrutsche aus, die ganze Ortschaften verschütteten. Etwa 1.000 Menschen wurden getötet. Die Meteorologen rechneten damit, dass "Megi" weiter in Richtung China zieht. Dort ließen die Behörden bereits 140.000 Bewohner einer Küstenprovinz evakuieren. Voraussichtlich am Dienstag erreicht der Taifun das Südchinesische Meer.

Von China aus dürfte der Wirbelsturm dann Kurs auf Vietnam nehmen, wo Überflutungen in den vergangenen Tagen bereits mindestens 30 Menschen das Leben kosteten. Am Montag riss das Hochwasser einen Bus mit sich - etwa 20 Menschen galten als vermisst, darunter ein Junge, den die Strömung aus den Armen seiner völlig erschöpften Mutter riss. Die Frau überlebte dreieinhalb Stunden im Wasser, ehe sie von den Einsatzkräften gerettet werden konnte.

APN / APN
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