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Abdul Rahman: Fall soll neu aufgerollt werden

Agenturmeldungen zufolge soll der Prozess gegen Afghanen Abdul Rahman wegen Formfehlern neu aufgerollt werden. Zuvor hatte Rahman seinen Wechsel zum Christentum verteidigt - obwohl ihm deswegen die Todesstrafe droht.

Wir der Afghane Abdul Rahman bald freigelassen? Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, der Prozess müsse wegen Formfehlern neu aufgerollt werden. Das habe der zuständige Richter gesagt. Die Nachrichtenagentur AP hingegen berichtet, Rahman würde aus Mangeln an Beweisen bald freigelassen. Die Staatsanwaltschaft würde aber weiter gegen ihn ermitteln.

"Will nicht sterben"

Zuvor hatte Rahman seinen Wechsel zum Christentum verteigt - obwohl ihm deswegen die Todesstrafe droht. In mit der italienischen Zeitung "La Repubblica" sagte Rahman: "Ich will nicht sterben." Sollte Gott aber dennoch so entscheiden, werde er diesen Weg gehen. Nach Zeitungsangaben übermittelte ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der Rahman im Gefängnis bei Kabul besuchte, Fragen und Antworten des Interviews. Journalisten wurden bislang nicht zu Rahman vorgelassen.

Rahman sagte demnach, er sei nicht unzurechnungsfähig. "Ich bin nicht verrückt und ich bin kein Held." Der 40-Jährige betonte: "Ich weiß, dass ich im Recht bin. Ich bedauere nichts." Er respektiere das afghanische Gesetz und den Islam. "Aber ich habe für mich und für meine Seele entschieden, Christ zu werden. Das ist kein Vergehen."

Benedikt XVI bittet um Freilassung

Beobachter halten für wahrscheinlich, dass Rahman letztlich für unzurechnungsfähig erklärt und der Prozess eingestellt wird. Nach der Scharia, der muslimischen Rechtsordnung, auf der das afghanische Rechtssystem basiert, steht auf den Abfall vom Islam die Todesstrafe - allerdings nur dann, wenn der Konvertit im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Papst Benedikt XVI. hatte am Samstag um die Begnadigung Rahmans gebeten. Nach Angaben des Richters hatte Rahman vor seiner Rückkehr nach Afghanistan in Deutschland gelebt.

DPA/Reuters/AP / AP / DPA / Reuters