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Berlusconi: Konvertit Rahman bereits in Italien

Abdul Rahman, der zum Christentum konvertiert ist und deshalb mit der Todesstrafe bedroht wird, ist nach Italien ausgereist. Das bestätigte einem Agenturbericht zufolge der italienische Premier Silvio Berlusconi.

Die Nachrichtenagentur AP meldet, dass der afghanische Konvertit Abdul Rahman nach Italien ausgereist ist. Das habe Ministerpräsident Silvio Berlusconi bestätigt. Berlusconi hatte Rahman am Mittwoch Asyl angeboten: "Wir würden uns freuen, einen Mann begrüßen zu können, der so großen Mut bewiesen hat", sagte er vor Journalisten. Rahman war am Dienstag aus afghanischer Haft entlassen worden. Wegen seines Übertritts vom Islam zum Christentum drohte ihm die Todesstrafe.

Auch der saarländische Ministerpräsident Peter Müller hatte Rahman Asyl in Aussicht gestellt. "Wenn Rahman nach Deutschland kommen will, ist er im Saarland herzlich willkommen", sagte er der Tageszeitung "Die Welt".

Rahman war vor 15 Jahren zum Christentum übergetreten und damit aus muslimischer Sicht "vom Glauben abgefallen". Nach der Scharia, die dem afghanischen Gesetz zugrunde liegt, wird dieser Schritt mit dem Tode bestraft. Sowohl die USA als auch Europa hatten erheblichen Druck auf die afghanische Regierung ausgeübt Konvertit Rahman bereits in Italien, um das Leben Rahmans zu retten.

Als unzurechnungsfähig erklärt

Der afghanische Vize-Generalstaatsanwalt Mohammed Eschak Aloko hatte am Dienstag gesagt, Rahman gelte als unzurechnungsfähig - was seine Freilassung offenbar möglich machte. Sollten weitere Untersuchungen ergeben, dass Rahman doch zurechnungsfähig sei, könnte man ihn "durch Interpol wieder nach Afghanistan bringen lassen" und erneut vor Gericht stellen. Beobachter halten das allerdings für ausgeschlossen.

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