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Krieg in Afghanistan: Er wollte für die Freiheit der Afghanen kämpfen - dann musste er Kinderschänder beschützen

Die Offiziere der US-Verbündeten in Afghanistan halten sich häufig Sex-Sklaven. Die US-Truppen nehmen das hin und schauen weg, sagt ein neuer Untersuchungsbericht. Soldaten, die gegen Vergewaltiger vorgingen, wurden aus der Army geworfen.

In der Männergesellschaft Afghanistans werden Knaben als Prostituierte gehalten - häufig gegen ihren Willen

In der Männergesellschaft Afghanistans werden Knaben als Prostituierte gehalten - häufig gegen ihren Willen

Captain Dan Quinn diente bei der Elitetruppe Special Forces in Amerika. Der bärtige Hüne glaubte für sein Land und die Freiheit der Afghanen zu kämpfen, aber dann schlug er einen Kinderschänder nieder. Nicht irgendeinen, sondern einen Polizeioffizier. Der hatte einen Jungen gefangen und hielt ihn als Sexsklaven.

Im September 2011 erreichte eine verletzte afghanische Frau mit ihrem hinkenden Sohn eine US-Basis. Sie erklärte den Amerikanern, der lokale Kommandeur  habe ihren Sohn gefangen genommen und vergewaltigt. Sie sagte, ihr Sohn sei ein gut aussehender Junge und ein Status-Symbol für diese Männer. Als Quinn Rahman zur Rede stellte, stritt der die Tat gar nicht ab. Im Gegenteil, er lachte den aufgebrachten Quinn einfach aus.

Eine klare Botschaft

"Da packte ich ihn und warf ihn auf den Boden", sagte Quinn der "New York Times". "Ich habe das getan, um sicherzustellen, dass er die Botschaft verstehen würde. Ihm war klar, dass ich es nicht hinnehmen würde, wenn er dem Jungen wieder etwas antun würde."

Danach wurde Quinn aus dem Dienst gedrängt, um die Sache unter den Tisch zu kehren. Doch damit haben sich die Vertuscher sich keinen Gefallen getan, Quinn gibt seitdem keine Ruhe. Der "New York Times" sagte er: "Wir bringen da Typen an die Macht, die machen schlimmere Dinge als die Taliban."

Der Medienaufruhr, den Quinn verursachte, führte zum Einsatz eines Sonderermittlers. Dessen Bericht wurde nun vorgelegt. Er zeigt: Es handelt sich nicht um einen Einzelfall. Die Truppe haben Tausende schwerer Fälle von Menschenrechtsverletzungen ihrer Verbündeten dokumentiert, darunter viele Fälle von Kindesmissbrauch. Der Report zeigt die weitverbreitete Praxis afghanischer Kommandeure, sich Jungen als "Batscha basi"(Lustknaben) zu halten. Trotz großer Bemühungen werde das "das volle Ausmaß dieser Vorkommnisse nie bekannt werden", sagt der Bericht.

Nachts weinten die Kinder

Corporal Buckely fiel in . Seinem Vater vertraute er sich vorher an. Der junge Soldat litt darunter, dass jede Nacht in seiner Basis die Vergewaltigungen anhören musste "Nachts können wir sie schreien hören, aber wir dürfen nichts dagegen unternehmen", habe sein Sohn gesagt, berichtete der Vater der "NYT". Er, der Vater, habe ihn aufgefordert, sich an seine Vorgesetzten zu wenden. "Doch mein Sohn sagte, seine Offiziere wiesen ihn an, wegzugucken, weil das eben die Kultur der Afghanen sei."

Für das Pentagon sind diese Fälle ein PR-Gau. Die besten und ehrenhaftesten Soldaten wurden mundtot gemacht, um fragwürdigen Verbündete zu schützen. In der Öffentlichkeit hat dieser Skandal noch mehr Wirkung als die fatalen Bilder von US-Truppen inmitten von Mohnanbaugebieten. Auch gegen den Mohn wurde nichts unternommen, weil verbündete Milizen und Offiziere mit dem Rauschgift ihr Geld verdienten.

Anmerkung: Abdul Rahman ist inzwischen gefallen. Seine Familie weist die Vorwürfe scharf zurück