Ausstellung Teheran zeigt Holocaust-Karikaturen


In Teheran hat eine Ausstellung mit Karikaturen über den Holocaust eröffnet. Die Veranstaltung soll als Antwort auf den Karikaturenstreit die Grenzen der westlichen Meinungsfreiheit testen.

Als Reaktion auf die in der islamischen Welt heftig kritisierten Karikaturen des Propheten Mohammed ist in Teheran eine Ausstellung von mehr als 200 Karikaturen zum Holocaust eröffnet worden. Im vergangenen September hatte die dänische Zeitung "Jyllands Posten" Zeichnungen veröffentlicht, die den Propheten Mohammed unter anderem mit einem Turban zeigten, der aussah wie eine Bombe und aus dem eine brennende Zündschnur ragte. Daraufhin war es zu Ausschreitungen gegen westliche Botschaften in islamischen Ländern gekommen.

"Wo liegt die Grenze der westlichen Meinungsfreiheit?"

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte angekündigt, im Gegenzug den Holocaust karikieren zu lassen. Wiederholt hat Ahmadinedschad öffentlich den Holocaust geleugnet und ihn als "Mythos" bezeichnet.

Die iranische Zeitung "Hamschahri" hatte im Februar den internationalen Karikaturenwettbewerb ausgeschrieben. Der Aufruf damals stand unter der Überschrift: "Wo liegt die Grenze der westlichen Meinungsfreiheit?". Heute läuft die Ausstellung unter dem Titel "Holocaust". Ausstellungsdirektor und Direktor des iranischen Karikaturistenverbands Masud Schodschai sagte: "Wir wollen herausfinden, wo für den Westen die Meinungsfreiheit endet. Sie können über den Propheten schreiben, was sie wollen. Wenn jedoch jemand den Holocaust in Zweifel zieht, muss er Strafe zahlen oder ins Gefängnis."

Einsendungen aus 61 Ländern

Rund 1.200 Einsendungen aus 61 Ländern erhielten die Veranstalter, 204 davon wurden schließlich ausgewählt. Auf einer von einem Indonesier gefertigten Zeichnung ist die New Yorker Freiheitsstatue abgebildet. In der linken Hand hält die Freiheitsgöttin ein Buch über den Holocaust, die andere Hand ist zum Hitler-Gruß erhoben.

Die Ausstellung ist bis zum 13. September zu sehen. Am Ende soll ein Sieger gekürt werden. Das Preisgeld beträgt 12.000 Dollar (9.435 Euro). Der zweite und der dritte Preis sind mit 8.000, beziehungsweise 6.000 Dollar dotiert. Das Ausstellungsgebäude steht neben der Botschaft der palästinensischen Autonomiebehörde, in der vor der Islamischen Revolution 1979 die israelische Botschaft untergebracht war.

AP/son AP

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