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Monate nach Empfehlungen Trump erstmals öffentlich mit Maske: Wie es zu dem Sinneswandel kam

Sehen Sie im Video: Twitter-Nutzer reagieren auf Trumps ersten öffentlichen Auftritt mit einem Mundschutz.


US-Präsident Donald Trump zeigt sich erstmals mit einer Maske in der Öffentlichkeit.


Bei einem Termin im Walter-Reed-Militärkrankenhaus trägt Trump einen dunklen Mund-Nasen-Schutz mit dem Siegel des Präsidenten.


Als Grund für seine Abneigung gegen Masken sagte Trump einmal, sie passten nicht zu seinem Selbstverständnis als Präsident einer Weltmacht.


Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA erreicht jedoch diese Woche einen neuen Höchststand.


Twitter-User reagieren auf die plötzliche Kehrtwendung des US-Präsidenten.


Ob Trump nun auch bei anderen Auftritten regelmäßig eine Maske tragen wird, bleibt offen.
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Donald Trump hat sich erstmals öffentlich mit einem Mund-Nasenschutz gezeigt. Dagegen hatte er sich zuvor monatelang gewehrt. Offenbar brauchten seine Berater ungefähr so lange, um ihn zu überreden.

"Die Leute könnten denken, ich wäre zu sehr mit meiner Gesundheit beschäftigt, statt mit der schnellen Wiederöffnung der Wirtschaft. Außerdem würde ich lächerlich aussehen." Zitat Donald Trump vor rund zwei Monaten. Zuvor hatte man ihn gefragt, ob er bei seiner Reise nach Arizona eine Maske tragen würde. Trumps Ablehnung für Masken ging gar soweit, dass er bei einem Besuch in einem Ford-Werk Anfang Mai heimlich eine Maske trug und diese wieder abnahm, bevor Journalisten ihn sehen konnten. "Ich wollte der Presse nicht die Freude machen, das zu sehen."

Doch offensichtlich ist das nun nicht mehr so. Am Samstagabend zeigte sich Donald Trump bei seinem Besuch in einem Militärkrankenhaus in Bethesda, Maryland zum ersten Mal öffentlich mit einem Mund-Nasenschutz. "Wenn man in einem Krankenhaus ist, besonders, wenn man dabei mit vielen Soldaten spricht, die teilweise frisch vom OP-Tisch kommen – ich denke, dass es eine großartige Sache ist, eine Maske zu tragen", sagte Trump.

Monate nach Empfehlungen: Trump erstmals öffentlich mit Maske: Wie es zu dem Sinneswandel kam

Trump ignorierte Empfehlung eigener Regierung

Trumps eigene Regierung hatte bereits vor Monaten die Empfehlung ausgesprochen, Masken zu tragen. Wogegen sich der Präsident jedoch mehrfach wehrte und auch rechtfertigte, warum er keine Maske tragen würde (Etwa: "Ich komme niemandem so nah"). Zudem hatte er sich wiederholt über seinen Herausforderer Joe Biden lustig gemacht, weil dieser stets Maske trug.

Der Demokrat nahm Trumps Umschwung nun zum Anlass, ihn scharf zu kritisieren. "Donald Trump hat Monate damit verbracht, die Ratschläge von Medizinexperten zu ignorieren und politisierte das Tragen einer Maske, eines der wichtigsten Dinge, die wir tun können, um das Virus an der Ausbreitung zu hindern", sagte der Sprecher seines Wahlkampfteams. Trump habe "vier Monate verschwendet" und Menschen "aktiv abgeraten, einen sehr einfache Maßnahme zu ergreifen, um sich gegenseitig zu schützen".

Berater sollen wochenlang auf ihn eingeredet haben

Aber wie kam es zum Sinneswandel? Trump hatte den Schritt bereits in den vergangenen Tagen und Wochen sanft vorbereitet. Wiederholt hatte er gesagt, dass er ja überhaupt nicht gegen das Tragen einer Maske sei. CNN zufolge haben mehrere seiner engsten Mitarbeiter im Weißen Haus sowie politische Berater wochenlang auf Trump eingewirkt, um ihn dazu zu bewegen, sich öffentlich mit einer Maske zu zeigen.

In den USA sind in den vergangenen Wochen die Corona-Zahlen in einigen Staaten explodiert. Am Wochenende wurden neue Rekorde gebrochen. Alleine am Freitag steckten sich laut der John-Hopkins-Universität mehr als 66.000 Menschen in den USA mit Corona an. Ein großer Teil der Neuinfektionen wird derzeit aus den südlichen und westlichen Bundesstaaten gemeldet - darunter Florida und Kalifornien. 

Immer mehr Republikaner zeigten sich daraufhin öffentlich mit Maske, um ihre Anhängerschaft dazu zu bewegen, es ihnen gleich zu tun. Genau diesen Effekt erhoffen sich auch die Berater von Trumps Maskenauftritt. Dem Bericht zufolge seien mehrere vom Wahlkampfauftritt in Tulsa schockiert gewesen, weil dort so wenige Anhänger Maske getragen hätten.

Demnach hätten die Berater "viele Verhandlungen" und wiederholte "Bitten" anbringen müssen, bevor Trump diese Woche eingelenkt habe. Zudem würde sein Wahlkampfteam nun Besucher von Veranstaltung "dringend empfehlen" mit Mund-Nasenschutz zu erscheinen. Trump selbst weigere sich allerdings weiterhin, das Tragen einer Maske öffentlich zu empfehlen. "Es ist okay, eine zu tragen, wenn man sich damit besser fühlt", sei schon das höchste der Gefühle für ihn. 

Am Samstag legte er nach: "Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, dass es dafür einen Ort und eine Zeit gibt."

Quellen: CNN 1 / CNN 2 / BBC / "Washington Post"


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