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Geheimes Kuba-Programm USA schickten junge Lateinamerikaner auf Anti-Castro-Mission


Sie gaben sich als Touristen oder als Teilnehmer von Gesundheitsprojekten aus. 2009 sollen die USA junge Lateinamerikaner nach Kuba eingeschleust haben, um einen Aufstand gegen das Regime anzustoßen.

Die USA sollen junge Lateinamerikaner auf eine Undercover-Mission nach Kuba geschickt haben, um das Castro-Regime zu destabilisieren und Widerstand zu organisieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) unter Berufung auf eigene Recherchen.

Unter dem Deckmantel öffentlicher Programme sandte die US-Behörde für Internationale Entwicklung (USAID) demnach von Oktober 2009 an Costa Ricaner, Venezuelaner und Peruaner, die potentielle politische Aktivisten aufspüren und für ihre Sache gewinnen sollten, in das Land. Offiziell hätten die Teilnehmer etwa in Gesundheitsprojekten gearbeitet oder sich als Touristen ausgegeben. In einem Fall hätten sie einen Workshop zur HIV-Prävention abgehalten - eine "perfekte Ausrede" für die politischen Ziele des Programms, wie AP aus untersuchten Dokumenten zitiert.

Die Operation sei für die Beteiligten riskant gewesen. Auf Kuba ist es verboten, in ausländischen Demokratie-Programmen mitzuarbeiten. Im Dezember 2009 war der US-amerikanische Entwicklungshelfer und Sozialarbeiter Alan Gross festgenommen worden, nachdem er im Auftrag der USAID Satellitentelefone und andere Kommunikationsgeräte verteilt hatte. 2011 wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Die USAID habe das Programm aber auch danach nicht abgebrochen, obwohl die Teilnehmer unerfahren gewesen seien und die kubanischen Behörden sie schon danach befragt hätten, wer sie finanziere. Für den Fall einer Festnahme scheint es keine Sicherheitsvorkehrungen gegeben zu haben. Die AP zitiert aus einer Akte: "Auch wenn es nie ganz sicher ist, könnt ihr davon ausgehen, dass die Behörden euch keinen körperlichen Schaden zufügen. Sie werden euch nur Angst machen. Denkt daran, dass die kubanische Regierung negative Berichterstattung im Ausland vermeiden will. Einen Fremden zu schlagen, wäre nicht zweckdienlich."

Geheimer Code für die Kommunikation

Insgesamt sollen fast ein Dutzend Leute an den Programmen teilgenommen haben. Auf ihren Laptops seien unauffällige Inhalte installiert worden, um über die sensiblen Informationen hinwegzutäuschen, die sie bei sich trugen.

Die AP stützt ihre Informationen auf Dokumente und Interviews. Demnach habe es ausgefeilte Anstrengungen gegeben, die Aktivitäten zu verbergen - bis hin zu einem geheimen Code für die Reisenden. "Ich habe Kopfschmerzen" hieß demnach, dass man befürchte, von den Behörden verdächtigt zu werden. "Deine Schwester ist krank" sei eine Aufforderung gewesen, den Trip frühzeitig abzubrechen.

Es ist nicht die erste US-Aktion dieser Art. Bereits im April hatte ebenfalls die AP herausgefunden, dass die USA mit dem Kurznachrichtendienst "ZunZuneo" eine Art kubanisches Twitter für einfache Handys aufgebaut hatte, um das Castro-Regime zu schwächen und neue Kommunikationskanäle zu öffnen. Der Dienst sollte auch für Menschen ohne Internetzugang nutzbar sein und wurde, um unauffällig zu wirken, über eine Briefkastenfirma organisiert. Anfang 2010 wurde er vorgestellt und gewann Zehntausende Nutzer. Zwei Jahre später wurde er dann plötzlich eingestellt. Nach Angaben des USAID war das Geld ausgegangen. Andere Quellen berichten, das kubanische Regime habe ihn blockiert.

Beide Programme - ZunZuneo und die nun bekannt gewordene Operation - sollen Teil eines großangelegten und millionenschweren Versuchs der USAID gewesen sein, in verschiedenen Ländern politische Veränderungen anzustoßen. Die Behörde selbst habe auf Fragen der AP ausweichend geantwortet: Man fühle sich dem Wunsch des kubanischen Volkes verpflichtet, seine Zukunft selbst zu bestimmen, habe sie erklärt. Man wolle es den Kubanern ermöglichen, mehr Zugang zu Informationen zu bekommen und die Zivilgesellschaft zu stärken.

car

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