Iberoamerika-Gipfel Juan Carlos fährt Chavez über den Mund


"Er ist ein Faschist", sagte der venezolanische Präsident Hugo Chàvez auf dem Iberoamerika-Gipfel in Santiago de Chile über den früheren spanischen Regierungschef José María Aznar. Das fand der ebenfalls anwesende spanische König Juan Carlos nicht lustig - und wehrte sich gar nicht königlich.

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez und Spaniens König Juan Carlos haben den Iberoamerikanischen Gipfel in Chile mit einem Eklat beendet. "Warum hältst Du nicht den Mund?" schrie der Monarch Chavez am Samstag an, als dieser eine Rede des spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero zu unterbrechen versuchte. In seinem Beitrag hatte Zapatero Chavez dafür kritisiert, dass der linksgerichtete Politiker tags zuvor den konservativen spanischen Ex-Regierungschef Jose Maria Aznar als Faschisten beschimpfte.

"Ich möchte Ihnen - Präsident Hugo Chavez - sagen, dass in einem Forum demokratischer Regierungen eines der Grundprinzipien der Respekt ist", sagte Zapatero. Ungeachtet ideologischer Unterschiede mit seinem Vorgänger sei dieser vom spanischen Volk gewählt gewesen und verdiene deshalb Respekt. "Man kann radikal unterschiedliche Meinungen haben, ohne respektlos zu sein", fügte Zapatero hinzu und erntete damit Beifall einiger der anderen Gipfel-Teilnehmer.

Chavez, eine Galionsfigur der Linken in Lateinamerika, warf Juan Carlos nach dem Wortgefecht vor, sich wie ein Kolonialherr aufzuführen: "Der, der hier schlecht aussieht, ist derjenige, der die Kontrolle verloren hat, der uns befohlen hat, den Mund zu halten, als ob wir immer noch Untertane wie im 17./18. Jahrhundert wären." Die Lateinamerikaner seien aber "stolze Indianer, Rebellen", die niemand zum Schweigen bringen werde.

An dem dreitägigen Treffen nahmen 19 größtenteils linksgerichtete Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika, Spanien, Portugal und Andorra teil. Sie debattierten über den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und trafen sie zu bilateralen Gesprächen über die Energiepolitik.


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