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Angriff in Londons U-Bahn Lyle Zimmermann überlebt eine Messerattacke, doch Angst hat er hat keine

Lyle Zimmermann sollte eigentlich tot sein. Im Dezember 2015 wird der Hobbymusiker auf dem Weg zu einem Auftritt in Leytonstone, einem Stadtteil im Nordosten Londons, von einem IS-Sympathisanten attackiert. Der geistig verwirrte Mann will ihm mit einem Messer den Kopf abschneiden. Doch Lyle Zimmermann überlebt. stern-Autor Malte Herwig spricht mit dem Londoner über den Angriff und die Auswirkungen auf dessen Leben.
 
"Ich hatte Glück, dass der Typ nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, sonst hätte er gewusst, wie man Säugetieren die Kehle durchschneidet."
 
Der Zufall macht Zimmermann zum Opfer und der Zufall rettet ihm das Leben. Die Messerklinge bricht ab bevor sie seine Luftröhre durchtrennen kann. Der Angreifer wendet sich von ihm ab. Augenblicke später taucht der junge Arzt Matt Smith am Tatort auf und versorgt den blutenden Zimmermann.
 
"Es war nicht meine Schuld, dass ich angegriffen wurde. Der Gedanke war für mich ungemein beruhigend."
 
Nur wenige Wochen nach dem Angriff steht Zimmermann wieder auf der Bühne und macht Musik. Er weigert sich, in Angst zu leben.
 
"Komischerweise ging es mir danach sogar besser. Es hat mir große Kraft gegeben zu entdecken, dass ich selbst bestimmen kann, ob etwas mein Leben verändert oder nicht."
 
Trotz des Anschlages bereitet der Terrorismus dem Londoner keine Sorgen. Für ihn gibt es ein viel drängenderes Problem:
 
"Der Terrorismus wird einen Bruchteil der Anzahl von Menschenleben vernichten, die uns der Klimawandel noch kosten wird. Davon bin ich überzeugt, auch wenn mir jemand beinah den Kopf abgehackt hätte."
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Lyle Zimmermann sollte eigentlich tot sein. Im Dezember 2015 wird er im Nordosten Londons von einem IS-Sympathisanten attackiert - doch Zimmermann überlebt. stern-Autor Malte Herwig hat ihn getroffen.

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