Mit 88 Jahren Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gestorben

Rita Süssmuth im Dezember 2018 beim CDU-Parteitag in Hamburg 
Rita Süssmuth im Dezember 2018 beim CDU-Parteitag in Hamburg 
© Mirko Hannemann / Picture Alliance
Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) ist tot. Sie wurde 88 Jahre alt. Die Katholikin machte sich durch ihre liberale Abtreibungspolitik einen Namen.

Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot. Sie starb am Sonntag, wie der Deutsche Bundestag mitteilte. Süssmuth wurde 88 Jahre alt. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) würdigte sie als "eine der bedeutendsten Politikerinnen der Bundesrepublik".

In die Politik kam Süssmuth Anfang der 80er Jahre mit 44 Jahren. Die Professorin für Erziehungswissenschaft trat in die CDU ein. Bereits 1985 wurde sie überraschend neue Ministerin für Jugend, Familie und Gesundheit im Kabinett von CDU-Kanzler Helmut Kohl. In dem 1986 um den Bereich Frauen erweiterten Ressort machte die engagierte Katholikin schnell durch eine liberale Linie in der Frauen- und Abtreibungspolitik von sich reden.

Rita Süssmuth: Kampf gegen HIV 

Auch beim Umgang mit der damals gerade aufkommenden Immunschwächekrankheit HIV setzte Süssmuth eigene Akzente: Leidenschaftlich kämpfte sie gegen die Ausgrenzung der Erkrankten. Sie war seit langem Ehrenvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung.

Klöckner sagte, Süssmuths Politik gegen die Immunschwächekrankheit Aids sei "bahnbrechend" gewesen. Süssmuth habe sich entschieden gegen jede Form der Ausgrenzung gewandt und die Grundlage für die erfolgreiche HIV-Prävention in Deutschland gelegt.

1988 wurde Süssmuth im Alter von 51 Jahren Bundestagspräsidentin – als zweite Frau in diesem Amt. Klöckner erklärte am Sonntag, in dieser Position habe Süssmuth den deutschen Einigungsprozess mitgestaltet.

DPA · AFP

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