Nach Koalitionsstreit Regierung unter Berlusconi vor dem Aus?


Nach den Koalitionsquerelen in Italien rechnet der Chef der Lega Nord mit dem Zusammenbruch der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Der Lega-Nord-Vorsitzende Umberto Bossi stärkte Berlusconi im Streit mit dessen Parteifreund Gianfranco Fini am Freitag zwar den Rücken, sagte aber zugleich das Ende der Mitte-Rechts-Koalition voraus.

Nach den Koalitionsquerelen in Italien rechnet der Chef der Lega Nord mit dem Zusammenbruch der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Der Lega-Nord-Vorsitzende Umberto Bossi stärkte Berlusconi im Streit mit dessen Parteifreund Gianfranco Fini am Freitag zwar den Rücken, sagte aber zugleich das Ende der Mitte-Rechts-Koalition voraus. Fini sei neidisch und wütend wegen der anhaltenden Erfolge der Lega Nord, sagte Bossi in einem Interview seiner Parteizeitung. Es werde einen "vertikalen Kollaps der Regierung und wahrscheinlich das Ende der Allianz zwischen der Partei der Freiheit (PDL) und der Lega Nord geben."

Es sei jetzt klar, dass die Koalition die Pläne nicht umsetzen könne, den Regionen mehr Macht zu gewähren, so wie es die Lega Nord verlange. "Ein neuer Weg liegt vor uns, wir werden ihn ohne Berlusconi gehen", sagte Bossi. Die fremdenfeindliche Lega Nord hatte bei den Regionalwahlen im Norden Italiens massiv Stimmen gewonnen.

Am Donnerstag hatten sich Berlusconi und Fini beim Kongress der PDL öffentlich ein hitziges Wortgefecht geliefert. Fini warf dem 73-jährigen Regierungschef vor, die parteiinterne Debatte abzuwürgen und dem Koalitionspartner Lega Nord zuviel Einfluss einzuräumen. Zudem kritisierte er die Regierungspläne für die Regionen als nicht durchdacht. Berlusconi wies die Kritik Finis zurück und warf ihm Illoyalität vor.

Reuters Reuters

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