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Obama kritisiert Geheimdienste: "Wir sind der Kugel entkommen, aber nur knapp"

Der US-Präsident Barack Obama hat, nach dem vereitelten Anschlag auf eine Passagiermaschine am Weihnachtstag, die Arbeit der US-Geheimdienste gerügt und fordert zügige Reformen.

Nach dem nur knapp vereitelten Anschlag auf eine Passagiermaschine hat US-Präsident Barack Obama die Geheimdienste seines Landes in scharfen Worten gerügt. Das System habe "auf potenziell desaströse Weise versagt", sagte Obama verärgert nach einem Treffen mit Geheimdienstchefs und mehreren Ministern am Dienstag im Weißen Haus. Die Sicherheitslücken müssten schnell geschlossen, Reformen "sofort" umgesetzt werden.

"Wenn ein mutmaßlicher Terrorist imstande ist, am Weihnachtstag mit Sprengstoff an Bord eines Flugzeugs zu gelangen, hat das System auf potenziell desaströse Weise versagt", sagte Obama in der im Fernsehen übertragenen Stellungnahme. Es liege in seiner Verantwortung, die Gründe hierfür herauszufinden und sie zu "korrigieren, damit wir solche Angriffe in Zukunft verhindern können". In den kommenden Wochen werde er weitere Schritte zur Verschärfung der Flugsicherheit vorlegen. Eine Zusammenfassung der von ihm angeforderten Untersuchungsberichte zu Sicherheitspannen im Vorfeld des Anschlagsversuchs werde in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Es werde "immer klarer", dass Geheimdienstinformationen nicht vollständig analysiert worden seien, sagte Obama. "Das ist inakzeptabel und ich werde das nicht dulden." Die US-Regierung habe "genügend Informationen" zur Hand gehabt, um den Anschlagsversuch auf ein Passagierflugzeug am ersten Weihnachtstag zu verhindern. Die US-Geheimdienste hätten jedoch dabei versagt, die einzelnen Punkte miteinander zu verknüpfen.

Neben den bereits bekannten Details habe es weitere "Signale" gegeben, die auf ein geplantes Attentat hindeuteten, fügte der US-Präsident in ungewöhnlich ungehaltenem Ton hinzu. So habe es Hinweise gegeben, dass al Kaida auf der Arabischen Halbinsel nicht nur amerikanische Ziele im Jemen, sondern auch in den Vereinigten Staaten selbst angreifen wollte.

Hinter verschlossenen Türen wurde Obama nach Angaben eines ranghohen Beamten noch deutlicher. "Wir sind der Kugel entkommen, aber nur knapp. Es wurde von mutigen Leuten verhindert, und nicht weil das System funktionierte", zitierte der Beamte den Präsidenten.

Der 23-jährige Nigerianer , der Weihnachten an Bord eines US-Flugzeugs mit Ziel Detroit versucht hatte, einen Sprengsatz zu zünden, hatte den Sprengstoff PETN offenbar in seiner Unterhose versteckt durch die Sicherheitskontrollen und an Bord geschmuggelt.

DPA / DPA
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