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Peru: Zwei Tote bei Protesten gegen geplante Goldmine

Seit Monaten demonstrieren Einwohner in Peru gegen ein zwei Milliarden Dollar schweres Goldminenprojekt. Nun sind bei Zusammenstößen mit der Polizei drei Menschen gestorben.

Drei Menschen sind bei Protesten gegen das umstrittene Bergbauprojekt von Conga in Peru umgekommen. Beim Versuch der Protestbewegung, das Regierungsgebäude der nordperuanischen Provinz Celendín einzunehmen, starben am Dienstag drei Demonstranten, bestätigte die lokale Staatsanwaltschaft dem Rundfunksender RPP. 20 Menschen seien verletzt worden, unter ihnen zwei Polizisten und fünf Soldaten.

Die Regierung des Präsidenten Ollanta Humala hat nach den Zwischenfällen in Celendín und zwei weiteren Provinzen des Departments Cajamarca den Notstand ausgerufen. Damit wurden die Versammlungsfreiheit und weitere Rechte außer Kraft gesetzt. Zudem mobilisierte die Regierung die Armee, um die Polizei vor Ort zu unterstützen.

Einwohner und Umweltgruppen befürchten Schäden

In Conga, rund 800 Kilometer nördlich von Lima, will der US-Konzern Newmont Mining Gold fördern. Bauern in der Region fürchten, dass durch die Goldmine die Bewässerung der Felder in der Umgebung gefährdet wird, da das Gold unter vier Teichen gelagert ist. Auch Umweltgruppen glauben, dass das Grund- und Trinkwasser verschmutzt werden könnte. Seit Monaten demonstrieren die Einwohner gegen das Projekt.

Der nach eigenen Angaben größte Goldproduzent der Welt betreibt bereits die nahe gelegene Goldmine Yanacocha, die größte in Lateinamerika. In Conga sollen während der Bauarbeiten bis zu der für 2017 geplanten Inbetriebnahme 5000 bis 7000 Menschen Arbeit finden. Das Investitionsvolumen betrage 2,4 Milliarden Dollar. Der Bau der Mine war 2010 von der Regierung des damaligen Präsidenten Alan García beschlossen worden. Garcías Nachfolger Ollanta Humala unterstützt das Projekt auch, will aber die möglichen Folgen für die Umwelt untersuchen lassen.

kave/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters