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RÜCKTRITT: Argentinien wieder ohne Präsident

Nach nur einer Woche im Amt hat der argentinische Übergangspräsident Adolfo Rodríguez Saà seinen Rücktritt erklärt. Bis Mittwoch will das Parlament einen Nachfolger bestimmen.

Nach dem Rücktritt von Übergangspräsident Adolfo Rodríguez Saà will das argentinische Parlament spätestens an diesem Mittwoch zusammenkommen, um einen Nachfolger zu bestimmen. Das kündigte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Eduardo Camaño, in Buenos Aires an. Camaño, der bis dahin die Amtsgeschäfte führen wird, appellierte zugleich an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und weitere Demonstrationen zu unterlassen. Nur mit Besonnenheit sei die schwere Krise in den Griff zu bekommen, sagte der peronistische Politiker.

Schwerer Streit innerhalb der Peronisten

Rodríguez Saà hatte nach nur einer Woche im Amt seinen Rücktritt erklärt. Der Entscheidung waren neue Proteste gegen die Wirtschaftskrise sowie ein schwerer Streit innerhalb der Peronisten über die Ziele von Rodríguez Saà vorausgegangen. In einer Fernsehansprache beschuldigte der 54-Jährige seine Parteifreunde, ihn zu wenig bei seinen Bemühungen zur Überwindung der Wirtschafts- und Staatskrise unterstützt zu haben. Auch der amtierende Senatspräsident Ramón Puerta legte sein Amt nieder.

Wenige Stunden vor seiner Demission hatte Rodríguez Saà ein Krisentreffen mit den Provinzgouverneuren seiner Partei einberufen. Nur 5 der 14 Amtsträger waren aber erschienen, was als Beweis für den Vertrauensverlust des Übergangspräsidenten in den eigenen Reihen gewertet wurde. Der am 20. Dezember zurückgetretene Staatschef Fernando de la Rúa rief unterdessen zur Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit auf. Auch führende Peronisten sprachen sich dafür aus.

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