Ukraine Rätselhafter Tod


Mord oder Selbstmord? Unter bislang ungeklärten Umständen ist der ukrainische Verkehrsminister Heorhiy Kyrpa erschossen in seinem Haus nahe Kiew aufgefunden worden.

Der ukrainische Verkehrsminister Heorhiy Kyrpa ist nach Angaben aus Regierungskreisen in seinem Landhaus bei Kiew erschossen aufgefunden worden. Unklar sei, ob Kyrpa Selbstmord begangen habe oder ermordet worden sei, hieß es in den Kreisen weiter.

Toter war enger Kutschma-Vertrauter

Der Minister sei mit Schussverletzungen in seiner Datscha am Rande der Hauptstadt aufgefunden worden, hieß es. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen. Einem Fernsehbericht zufolge wurde neben der Leiche eine Schusswaffe gefunden. Der 58-jährige Minister war einer der bekanntesten Geschäftsleute im Lande und galt außerdem als ein enger Vertrauter des aus dem Amt scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma.

Kyrpa war im Juli im Rahmen einer Kabinettsumbildung von Kutschma zum Transportminister ernannt worden. Dabei wurden die Zuständigkeiten für Transport und Telekommunikation in einem Ressort zusammengefasst. Damals wollte die Regierung den Verkauf des ukrainischen Telefon-Festnetzes Ukrtelekom vorbereiten. Das Vorhaben wurde jedoch nach Protesten der Opposition verschoben, die befürchtete, die Regierung versuche, die Geschäftswelt im Vorfeld der Präsidentenwahlen zu beeinflussen.

Die Opposition hatte Kyrpa beschuldigt, er sei für die Organisation des Transports von Bergleuten aus der Donez-Region nach Kiew zu Protesten gegen die Oppositionsveranstaltungen verantwortlich gewesen, was die Regierung jedoch bestritt. Während Kyrpa zeitweilig sogar als Kandidat für die Kutschma-Nachfolge galt, trat später der prorussische Ministerpräsident Viktor Janukowitsch für das Regierungslager an. Er verlor jedoch die Stichwahl nach vorläufigen Ergebnissen gegen den prowestlichen Oppositionschef Viktor Juschtschenko. Dieser hat erklärt, er werde sich gegen einen Verkauf der Ukrtelekom wenden.

Rueters

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