Untergang der "Cheonan" Südkoreanisches Kriegsschiff wurde offenbar beschossen


Der Untergang der südkoreanischen "Cheonan" vor rund einem Monat hat für viele Spekulationen gesorgt. Nach der Bergung des Bugs verdichten sich nun die Hinweise, dass das Kriegsschiff von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde.

Das südkoreanische Kriegsschiff, das Ende März gesunken war, ist vermutlich beschossen worden. "Es gab einen schweren Einschlag von außen", sagte ein Armeevertreter nach einer ersten Besichtigung des Bugs, der zuvor aus dem Wasser geborgen worden war. Eine große Eisentür sei aus den Angeln gehoben worden und ein Schornstein fehle, teilte der Offizier der Nachrichtenagentur Yonhap mit. Im Bug fanden die Rettungskräfte eine weitere Leiche. Insgesamt starben bei dem Untergang der "Cheonan" 46 Menschen, 58 wurden gerettet. Sechs Seeleute gelten offiziell noch als vermisst.

Das südkoreanische Kriegsschiff war am 26. März auf einer nächtlichen Patrouillenfahrt an der umstrittenen Seegrenze zwischen Süd- und Nordkorea im Gelben Meer unterwegs, als es infolge einer Explosion auseinanderbrach und sank.

Südkoreas Verteidigungsminister Kim Tae Young nannte eine Minenexplosion oder einen Torpedoeinschlag als möglichen Grund für den Untergang. Das Kriegsschiff sei möglicherweise auf eine knapp 60 Jahre alte Seemine aus dem Korea-Krieg gelaufen, mutmaßte Young kurz nach dem Vorfall. Nordkorea könnte die Mine sogar mit dem Ziel eingesetzt haben, das Kriegsschiff zu beschädigen. Die Regierung in Seoul machte Nordkorea bislang aber nicht direkt verantwortlich. Nordkorea wies jede Verwicklung in den Vorfall von sich. An der Seegrenze zwischen den beiden koreanischen Staaten hatte es in der Vergangenheit wiederholt Gefechte gegeben.

AFP/DPA/Reuters DPA Reuters

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