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Stimmung auf Rekordtief US-Amerikaner sind so unglücklich wie seit 50 Jahren nicht mehr

Eine Demonstration gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in der US-Stadt Riverside
Eine Demonstration gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in der US-Stadt Riverside. Die Coronakrise setzt vielen Amerikaner nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional zu. 
© Watchara Phomicinda / DPA
Depressiv, pessimistisch und einsam: Die Corona-Pandemie hat in den USA massive Auswirkungen auf das Gefühlsleben der Menschen. Einer neuen Studie zufolge sind die US-Amerikaner so unglücklich wie seit 1972 nicht mehr.

Einer neuen Umfrage zufolge ist das Glücksempfinden der US-Amerikaner während der Coronavirus-Pandemie auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten gefallen. Die vom National Opinion Research Center (NORC) durchgeführte Covid-Response-Tracking-Studie ergab, dass die Menschen sich so unglücklich fühlen wie seit 1972 nicht mehr. Damals wurde der bis dahin niedrigste Wert seit dem Beginn der Erforschung des Gefühlszustandes der Nation verzeichnet. 

Den Umfrageergebnissen zufolge sind aktuell 23 Prozent der US-Bürger "nicht allzu glücklich". Nur noch 14 Prozent der Befragten gaben an, "sehr glücklich" zu sein - ein Rekordtief. Selbst nach der Finanzkrise 2008 lag dieser Wert bei 29 Prozent. 

Wachsendes Gefühl der Einsamkeit 

Im Zuge der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hat zudem auch das Gefühl der Einsamkeit zugenommen. Die Hälfte aller Befragten gab an, sich entweder sehr oft, oft oder manchmal isoliert zu fühlen. Als noch vor zwei Jahren dieselbe Frage gestellt worden war, gab weniger als ein Viertel der Befragten an, sich isoliert zu fühlen.

Die Umfrage ergab auch, dass die Menschen hinsichtlich des Lebensstandards der nächsten Generation weniger optimistisch sind. Nur noch 42 Prozent glauben, dass ihre Kinder besser leben werden als sie selbst.

"Die Ergebnisse der ersten Datenwelle aus dem Jahr 2020 deuten darauf hin, dass sich die beispiellose Coronavirus-Krise negativ auf das Wohlergehen der Amerikaner auswirkt und die Öffentlichkeit anders reagiert als nach anderen nationalen Tragödien", konstatieren die Autoren der Studie. 

Für die Studie wurden 2.279 Erwachsene befragt. Die Interviews fanden in dem Zeitraum zwischen dem 21. bis 29. Mai statt, während in großen Teilen des Landes Ausgangsbeschränkungen galten. In den nächsten Monaten sollen weitere Datenerhebungen stattfinden, um zu erforschen, wie sich die Pandemie im Verlauf der Zeit auf das Gefühlsleben der US-Amerikaner auswirkt. 

Quellen: National Opinion Research Center

ivi

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