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Altkanzler findet Internet "bedrohlich" Aus Schmidt wird kein Pirat mehr


Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt kann mit dem Internet nichts anfangen. Mehr noch, er empfinde es als "bedrohlich", sagte Schmidt im "Zeit"-Magazin. Gleichwohl ist der 93-Jährige weise genug, dem Netz Zukunftsfähigkeit zu bescheinigen.

Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt empfindet das Internet als "bedrohlich". Über das weltweite Netz sagte der 93-Jährige in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Gespräch mit dem "Zeit"-Magazin: "Erstens: Das Internet gehört kaum zu meiner Welt. Zweitens: Ich empfinde es als bedrohlich. Und drittens: Es hat Zukunft." Es führe unbestreitbar auch zu positiven Veränderungen. "Das Negative besteht meiner Meinung nach darin, dass das Internet zu Oberflächlichkeit verleitet, zu spontanen Reaktionen, hinter denen kein langes Nachdenken steckt", sagte Schmidt.

Der SPD-Politiker hat nach eigenen Worten auch kein Handy. "Ich telefoniere überhaupt nur noch selten. Wahrscheinlich habe ich das auch früher nie wirklich gern getan. Ich habe immer die Schriftform bevorzugt, und zwar die briefliche Schriftform", sagte Schmidt.

Der SPD riet Schmidt angesichts der neuen Konkurrenz durch die Piratenpartei, sich weiter zu öffnen. Dass die SPD neben Grünen und Linken noch einen dritten Konkurrenten bekommen hat, wertete er als "eine Folge der Tatsache, dass die Mehrheit der Sozialdemokraten zu lange auf die Sozialpolitik gesetzt hat." Auf die Frage hin, welchen Themen sich die SPD heute öffnen sollte, antwortete der Altkanzler: "Der entscheidende Punkt ist, dass sie sich überhaupt öffnet, und zwar für alle Themen."

kng/AFP AFP

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