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Bad Reichenhall: Lichter der Trauer

Bad Reichenhall erlebt die zweite Nacht nach dem Unglück an der Eishalle. Die Rettungsarbeiten wurden wieder aufgenommen, Bürger und Touristen trauern um die Opfer. Der Bürgermeister muss sich unterdessen gegen Vorwürfe wehren.

Florian Güßgen berichtet aus Bad Reichenhall

"Heute ist nicht der Tag der Ermittlungen, heute ist der Tag der Trauer", sagt der Traunsteiner Oberstaatsanwalt um vier Uhr, als die Helfer, die Ermittler und die Verantwortlichen wieder einmal vor die Presse treten. Eine Stunde später trauern sie öffentlich - die Bürger von Bad Reichenhall, Touristen, Eltern - und vor allem Kinder.

Um fünf Uhr kommen sie auf den Rathausplatz Bad Reichenhalls. Fast zwanzig Minuten lang läuten Kirchenglocken im Gedenken an die Opfer des Unglücks im Eisstadion. Feuerwehrleute in voller Montur halten Fackeln in der Hand. Viele Eltern sind gekommen, viele Kinder, sie bringen Kerzen. Sie alle blicken im stillen Gedenken in Richtung der Mitte des Platzes. Die Säule, die dort steht, erscheint wie von einem Schneewall umgeben.

"Gott, was habt ihr für ein Glück"

Nach einer Schweigeminute gehen die Feuerwehrleute auf die Säule zu. Sie nehmen ihre Helme ab und stecken die Fackeln in den Schneewall, die Menschen, vor allem die Kinder folgen dem Vorbild der Rettungsmänner. Auch sie erinnern an die mindestens elf Menschen die gestern oder in der vergangenen Nacht in der eingestürzten Eishalle gestorben sind. "Mein Gott, was habt ihr für ein Glück", sagt eine Mutter zu ihren zwei Kindern, die sie an der Hand hält. Auch eine der Jugend-Mannschaften des Eishockey-Clubs EAC Reichenhall ist zum Rathausmarkt gekommen. Einer von ihnen, ein Junge, gehört zu den Opfern des Unglücks. Auch er hatte an dem Publikumslauf teilgenommen. Seine Mitspieler heften das schwarz-gelbe Banner ihres Clubs in den Schnee, direkt neben die Kerzen. Auch ältere Spieler des Clubs sind da. Sie tragen dunkelblaue Winterjacken. Daran erkennt man sie. Sie wirken zornig, aber sagen wollen sie nichts, niemandem wollen sie die Schuld geben. Nicht heute, nicht an diesem Tag der Trauer.

"Wir werden weiter machen"

Am frühen Nachmittag hatten die Helfer die Arbeit in der Eishalle in der Münchener Allee für einige Stunden unterbrochen. Zu groß schien die Gefahr, dass die Retter selbst zu Opfer würden. "Das ist die einzige mögliche verantwortbare Lösung unter den derzeit gegebenen Umständen", erklärte Georg Grabner, der Landrat. Man habe ein Spezial-Unternehmen angeheuert, das die Unglücksstelle ab dem frühen Abend mit schwerem Gerät räumen werde, erklärte er. Bis dahin müsse man warten. Das bedeute jedoch nicht, dass man die nunmehr noch vier sicher Vermissten bereits aufgegeben habe. "Wir werden solange weiter machen, bis wir alle Vermissten gerettet oder geborgen haben", sagt Rudi Zeif, der Kreisbrandrat. Um eine erwachsene Frau geht es, und um drei Kinder im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren. Man werde die ganze Nacht weitersuchen, versichern die Helfer.

Suche nach den Schuldigen

Aber es geht nicht nur um Hilfe und Trauer an diesem Tag eins nach dem Unglück. Die Suche nach den Schuldigen hat auch in Bad Reichenhall längst begonnen. Wie etwa kann es sein, dass das Eishockey-Training am Montag um vier Uhr zwar abgesagt worden ist, aber der öffentliche Eislauf bis vier Uhr weitergehen konnte, bis kurz vor vier, als die Decke einstürzte? Wie kann es sein, dass eine Halle, deren Dach angeblich leckte, deren Sicherheit möglicherweise nicht mehr gewährleistet war, weiter in Betrieb gehalten worden ist? Es ist der Bad Reichenhaller Bürgermeister Wolfgang Heitmeier, der zur Partei der Freien Wähler gehört, der diese Fragen wieder und wieder beantworten muss.

"Es wurden keine gravierenden Mängel festgestellt"

Nein, sagt Heitmeier in die Kameras, es habe in der Stadt keine Diskussion darüber gegeben, die Halle zu schließen. "Diese Frage hat sich so aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht gestellt. Es ist ein Flachdach, ein Leimbinder, der mit Paneelen gedeckt ist. Das ist eine gängige Konstruktion, die zu Sicherheitsbedenken keinen Anlass gibt." Das Schwimmbad, ja, das habe der Stadtrat technisch sanieren wollen, das sei auch beschlossen worden. Bei der Eishalle habe es jedoch keinen Bedarf gegeben. Im Zusammenhang mit der technischen Neugestaltung des Bades sei im Jahr 2003/4 auch die Bausubstanz der Eishalle begutachtet worden. "Es wurden keine gravierenden Mängel festgestellt." Lediglich Schönheitsreparaturen, so Heitmeier, seien demnach notwenig erschienen. Mehr nicht.

“Wir waren nicht im kritischen Bereich“

Auch bei dem zweiten Vorwurf sieht Heitmeier keine Schuld bei der Stadt. Am Montag habe es keinen erkennbaren Grund gegeben, die Eishalle vor vier Uhr zu schließen, also den Publikums-Lauf sofort zu unterbrechen. Die Höhe des Schnees auf dem Dach habe unter dem vorgeschriebenen Höchstmaß gelegen. Das Verbot des Eishockey-Trainings sei da nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, auch sie erschien nicht zwingend notwendig. "Wir hatten einen relativ starken Schneefall. Aber die Schneehöhe lag unter den zulässigen Werten", sagt Heitmeier. "Aufgrund der Wetterverhältnisse haben wir uns entschieden, die Halle ab 16 Uhr nicht mehr zu benutzen und am nächsten Tag den Schnee vom Dach abzuschaufeln. Das, was wir gemacht haben, war eine Sicherheitsmaßnahme. Wir waren nicht im kritischen Bereich."

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat mittlerweile Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Am Mittwoch sollen die Leichen der bisher geborgenen Opfer obduziert werden. Für Verletzte oder die Angehörigen der Todesopfer hat das Bayerische Rote Kreuz zu Spenden aufgerufen. Unter dem Stichwort "Unglück Eislaufhalle" ist bei der Sparkasse Berchtesgadener Land (Bankleitzahl 71050000) unter der Nummer 232066 ein Spendenkonto eingerichtet worden.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(