DGB-Bundeskongress Engelen-Kefer in Kampfstimmung


Auf seinem Kongress in Berlin wählt der DGB eine neue Spitze. Dabei könnte es spannend werden: DGB-Vize Ursula Engelen-Kefer will sich nicht ausbooten lassen und tritt gegen den Willen der Führungsriege zur Wiederwahl an.

Mit der Neuwahl der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes wird heute in Berlin der fünftägige DGB-Bundeskongress fortgesetzt. Die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Ursula Engelen-Kefer, 62, wird sich einem Zeitungsbericht zufolge beim DGB-Bundeskongress zur Wiederwahl stellen. Sie würde sich damit gegen den Willen der Führungsriege des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) stellen. Die "Leipziger Volkszeitung" berichtete in der Nacht zu Dienstag vorab, Engelen-Kefer lasse es auf eine Kampfabstimmung ankommen. Die Zeitung berief sich aus Personen aus dem "direkten persönlichen Umfeld" der 62-Jährigen. Engelen-Kefer fühle sich gemobbt, hieß es demnach. Sie habe sich bei der Besetzung einer Abteilungsleiterstelle in ihrem DGB-Vorstandsbereich dem ausdrücklichen Wunsch des DGB-Vorsitzenden Sommer "verweigert", heißt es - seit dem sei "das Tischtuch zwischen beiden endgültig zerschnitten". In Probeabstimmungen unter den Verantwortlichen stellte sich heraus: Zwei Drittel des DGB-Wahlpublikums sind für den Abgang der Vize-Vorsitzenden.

Engelen-Kefer selbst hatte sich nach 16 Jahren als DGB-Vizechefin eine Kandidatur offen gehalten. Nach dem Willen der Vorsitzenden der acht Einzelgewerkschaften soll die engagierte Sozialexpertin und SPD-Politikerin aus Altersgründen ausscheiden. Der Wahlvorschlag der von IG Metall und Verdi dominierten Einzelgewerkschaften für die 400 Delegierten sieht vor, dass die Bildungsexpertin Ingrid Sehrbrock von der CDU zur Stellvertreterin Sommers gewählt wird. Michael Sommer ist bereits im ersten Wahldurchgang als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes bestätigt worden. Es ist die zweite vierjährige Amtszeit Sommers.

Reuters Reuters

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