Halberstadt Weitere Anklagen nach Überfall


Vermutlich waren es acht rechtsextreme Täter, die in Halberstadt ein Schauspiel-Ensemble überfallen und verprügelt haben. Gegen zwei Neonazis ist bereits Anklage erhoben worden, nun hat die Staatsanwaltschaft zwei weitere ins Visier genommen.

Nach dem Neonazi-Überfall auf Schauspieler in Halberstadt in Sachsen-Anhalt ist gegen zwei weitere Tatverdächtige Anklage erhoben worden. Ihnen wird wie schon zwei anderen Männern gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Wegen des Umfangs der Tat sei die Verhandlung vor einem erweiterten Schöffengericht beantragt worden. Die vier Männer im Alter von 22 bis 29 Jahren sollen beteiligt gewesen sein, als vor mehr als einer Woche fünf Mitglieder eines Theater-Ensembles verprügelt wurden.

Alle vier in Haft sitzenden Männer sind unter anderem wegen schweren Raubs, Körperverletzung und Verwendens von Nazisymbolen vorbestraft. Sie waren laut Staatsanwaltschaft unter Bewährung auf freiem Fuß. Auf Grund von Zeugenaussagen geht die Polizei von acht Tätern aus. Derzeit werde weiter den Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen, sagte ein Sprecher der Behörde. Bisher habe nur der mutmaßliche Haupttäter seine Beteiligung eingeräumt.

Für Kritik hatte gesorgt, dass die Polizei den Mann am Tatort zwar kontrollierte, dann aber zunächst wieder laufen ließ. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) hatte die Bediensteten deswegen in einem Offenen Brief zu Wochenbeginn zu "Null Toleranz" gegenüber Rechtsradikalen aufgefordert. Die Bekämpfung rechter Kriminalität sei offensichtlich noch nicht allen Beamten in Fleisch und Blut übergegangen, hatte er in dem Schreiben kritisiert.

DPA DPA

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