Interkulturelle Woche Zusammenleben mit Zuwanderern klappt


"Teilhaben - Teil werden!" Das ist das Motto, unter dem die diesjährige "Interkulturelle Woche" steht. In bundesweit mehr als 270 Städten mit rund 3000 Veranstaltungen wollen Kirchen und Vereine auf die Situation von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland und an den Außengrenzen Europas aufmerksam machen.

Das Zusammenleben mit Zuwanderern funktioniert nach Einschätzung der ehemaligen Ausländerbeauftragten des Landes Niedersachsen, Gabriele Erpenbeck, in Deutschland besser als oft dargestellt. Abschottungstendenzen sehe sie bei etwa zehn Prozent der Migranten, sagte Erpenbeck, die die diesjährige Interkulturelle Woche organisiert hat, am Freitag in Schwerin. In der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns wurde am späten Nachmittag die bundesweite Veranstaltung der christlichen Kirchen in Deutschland mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Das Motto in diesem Jahr lautet "Teilhaben - Teil werden!". Bis zum 4. Oktober wollen Vereine und Kirchen in mehr als 270 Kommunen gute Beispiele des Zusammenlebens und Fortschritte bei der Integration zeigen.

Keine Alternative zum interkulturellen Zusammenleben

Aufgrund des sich abzeichnenden Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung gebe es keine Alternative zu einem interkulturellen Zusammenleben, betonte Erpenbeck. Sie erwarte von der Aktion auch ein "deutliches Signal gegen Rechts". Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Im Vorstand ist auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland vertreten.

"Es klappt manches besser als man denkt", betonte Erpenbeck. Zumeist werde über Defizite von Zuwanderern geredet, wie Sprachprobleme oder fehlende Schulabschlüsse. Die Interkulturelle Woche sei dazu da, die positiven Dinge zu zeigen. Geplant sind neben Lesungen, Ausstellungen, Diskussionen, Theater- und Filmvorführungen auch Sportfeste und interreligiöse Andachten.

Menschenrechte achten - Flüchtlinge schützen

Im Rahmen der Interkulturellen Woche wird am 3. Oktober der Tag des Flüchtlings begangen. Unter dem Motto "Menschenrechte achten - Flüchtlinge schützen" werde die Situation von Flüchtlingen an den Außengrenzen Europas in den Fokus genommen, hieß es. Aber auch die Bleiberechtsregelungen in Deutschland und deren Auswirkungen würden thematisiert.

Die Spitzen der evangelischen, katholischen und griechisch- orthodoxen Kirche in Deutschland fordern eine möglichst großzügige Umsetzung der 2007 getroffenen Bleiberechtsregelung für jene Ausländer, die seit Jahren als Geduldete in der Bundesrepublik leben. Diese Menschen können unter bestimmten Voraussetzungen eine Aufenthaltserlaubnis bekommen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums haben bisher bundesweit rund 50.000 Geduldete Aufenthaltserlaubnisse nach den Bleiberechtsregelungen erhalten.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker